Rot in der Alchemie

Alchemie (aus dem Arabischen al-kīmiyā):
Einem philosophischen Pfade folgend, versuchte der Alchemist durch Transmutationen den Stein der Weisen zu entdecken.

Die Farbe Rot war in dem Zusammenhang sehr wichtig.

Alchemie als Pfad zur ErfüllungThe Alchemist by Joseph Wright, cropped | photo: Joseph Wright (pd)

Von den Alchemisten der mittelalterlichen Welt wissen wir im Allgemeinen, daß sie ständig auf der Suche nach dem Stein der Weisen waren. Dieser „Stein“ ist quasi ein Element, welches mindere Metalle (Blei etc.) in edles Gold verwandeln kann.

Von Paracelsus berichtet man, er habe den Teufel selbst überlistet und eingesperrt. Als er ihn wieder aus seinem Gefängnis befreite, erhielt er im Gegenzug zwei Phiolen mit goldener und silberner Flüssigkeit. Ein Tropfen des ersten Gebräus vermochte Blei in Gold zu verwandeln, ein Tropfen des zweiten Tranks heilte jede Krankheit.

The AlchemistThe Alchemist | photo: (pd) Carl Spitzweg

Rot – Die Farbe der Farben

Nicht jeder Alchemist hatte allerdings die Gelegenheit, so roh mit Lutzi umspringen zu können. Für gewöhnlich war die Herstellung eines Steins der Weisen an eine Reihe äusserst komplizierte Schritte gebunden. Ein wichtiger Punkt in der ganzen Sache war die Herstellung von Quecksilbersulfid, also Zinnober, aus Quecksilber und Sulfur (Schwefel).

Während nun Schwefel gelb ist und Quecksilber naturgemäß silbern, ist Zinnober rot. Und der Schritt, in dem sich das Material rot verfärbte, wurde Rötung (Rubedo) genannt. Zinnober wurde als eine der letzten Vorstufe zum Stein der Weisen (das Magnum Opus, das große Werk) selbst betrachtet.

Das Färben von Dingen mit roter Farbe war ein lebendiger Prozess, der erstens die dem Material innewohnende Kraft zutage brachte und zweitens die Kraft der roten Farbe auf das Material selbst übertragen sollte.

Das angestrebte Endprodukt wurde auch als roter Löwe bezeichnet, oder als großes, rotes Wasser.

Cinnabar on DolomiteCinnabar on Dolomite | photo: (cc-by-sa) JJ Harrison

Alchemie und Wissenschaft

Die Herstellung des Steins der Weisen war unterteilt in eine Vielzahl komplizierter, teilweise magischer Schritte. Der Stein der Weisen wurde anscheinend niemals entdeckt und diejenigen Alchemisten, die behaupteten, tatsächlich Blei in Gold verwandeln zu können, endeten zumeist entweder als reicher Betrüger auf der Flucht, oder durch das Beil des Henkers.

Doch die Suche nach dem roten Löwen, ob nun mit mystischer Absicht oder bodenständiger Forschungsarbeit als Alchemist, brachte viele Errungenschaften mit sich. Beispielsweise wurde Phosphor entdeckt und Schwarzpulver wiederentdeckt (die Araber und Chinesen waren uns wissenschaftlich zu jener Zeit weit voraus). Eine weitere Entdeckung auf der Suche nach dem Stein der Weisen in Europa war das Porzellan, das rasch seinen Siegeszug als Tafelservice antrat. Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, wurde Porzellan auch als „weißes Gold“ bezeichnet.

Rotes Feuer - In diesem Falle weniger mit Alchemie verknüpftRed Fire | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Die Suche nach dem Stein der Weisen

Die Alchemisten jener Zeit mystifizierten viele Schritte in einer Mischung aus Magie und Wissenschaft. Außerdem wurde nicht nur der Name „Alchemie“ aus dem im Mittelalter weiter fortgeschrittenen, arabischen Raum angenommen, sondern es fanden viele Alchemisten auch die orientalische Philosophie sehr reizvoll.

Da brauchen wir uns also nicht zu wundern, wenn nebst allerlei interessanten Nebenprodukten der Alchemie auch eine eigene Philosophie entstand, welche die Suche nach dem Stein der Weisen als Analogie auf den eigenen Lebensweg verstand, die schrittweise Annäherung an einen erleuchteten, perfekten Zustand.

-> Was die Wikipedia über Alchemie zu sagen hat.

Geister- und Farbenkunde in China

Geister- & Farbenkunde in China: Farbenlehre, Volksglaube und Spukhäuser sind ein integraler Bestandteil chinesischer Kultur.

Gourd and Red ClothGourd and Red Cloth | photo: Frank Fox (cc-by-sa)

Gestern haben wir uns über Farben unterhalten, eines meiner Lieblingsthemen. Die Ausbeute war allerdings eher unbefriedigend, auch wenn ich ein paar interessante Infos sammeln konnte. Hier sei natürlich angemerkt, dass China groß ist und kulturelle Angelegenheiten wie Farbmythen etc. in jedem Eck anders sein können.

Wind Wheels in a Park in ShenzhenWind Wheels in a Park in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Hier befinden wir uns aber in der Provinz Guangdong und meine Gesprächspartnerin ist ebenfalls Guangdongerin. Also, etliche Gschichtln von denen ich gehört habe, sind ausgesponnener Unsinn. Darunter sogar eine meiner Lieblingsgeschichten über McDoof, davon hat sie noch nie etwas gehört. Und tatsächlich, ich habe bereits Werbeplakate mit diesem scheusslichen Clown gesehen.

Kurz die Geschichte: Weiß ist die Farbe des Todes und ein weißes Gesicht symbolisiert einen Totengeist. Ronald McDonald ist daher beileibe nicht der lustige Geselle für den ihn seine Macher gerne verkaufen würden. Damit wurden die Startschwierigkeiten der Firma in Asien erklärt.

Der Grund, warum keiner zu McDoof geht, ist eher der Preis. Zwar etwas billiger als bei uns, aber für chinesische Verhältnisse trotzdem noch völlig überzogen.

Ronald McDonald and bored kid in ChinaRonald McDonald and bored kid in China | photo: (cc-by) Dave Fischoff

Das Märchen, es gäbe im Chinesischen keine Unterscheidung zwischen Grün und Blau – haben wir ja bereits vor anderthalb Jahren widerlegt.

Das kommt übrigens aus dem Vietnamesischen, wo sowohl grün als auch blau „xanh“ sind, trotzdem aber in xanh lá cây (grün) und xanh lơ (blau) unterteilt werden.

Japanese Bridge in ShenzhenJapanese Bridge in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Fakt ist allerdings, dass Rot mit Abstand die beliebteste Farbe in China ist. Denn es ist die stärkste und wohlwollendste aller Farben.

De Facto wird 红色 (hongse) auch gerne als Glücksfarbe übersetzt. Die besten Dinge in China sind rot, beispielsweise der 红包 hongbao, der rote Umschlag, in dem zu besonderen Anlässen kleine Geldgeschenke vergeben werden. Mehr zum 红包 gibts hier: Das Rote Couvert. Brautkleider sind traditionell rot, auch wenn viele Mädels mittlerweile in westlicher Tradition in Weiß heiraten wollen.

Das ist oft ein gewaltiger Generationenkonflikt, denn für die traditionsbewusste und stellenweise ziemlich abergläubische ältere Generation ist weisses Gewand was für die Toten und die Geister. Eine Hochzeit mit einem so schlechten Omen zu feiern ist ganzganz fürchterlich und geht garnicht.

Miao Performance at the Folk Culture Park in ShenzhenMiao Performance at the Folk Culture Park in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Der Glücksfaktor der Farbe Rot in China ist ja gar nicht so weit weg von der ursprünglichen Bedeutung von Rot bei uns. Rot schützt nämlich vor bösen Geistern, wie man in einem meiner alten Artikel nachlesen kann (oder könnte, nur wie gesagt, das Farbenspiel ist momentan vom Netz).

Und im Gegensatz zu Europa, wo man schon gewaltig in den alten Mythen und Traditionen herumwühlen muss, weiß um die Farbenkunde in China jedes Kind.

Es gibt nämlich vier Plätze in Shenzhen, wo es spukt. Und da eine moderne Stadtverwaltung keine herumstreundenden Geister dulden kann, wurden die Orte den Gespenstern gehörig versalzen. Beispielsweise gibts einen Ort, an dem es einen alten Friedhof gegeben haben soll, der nicht mehr so wirklich friedlich war. Daher wurde direkt darüber eine Schule hingebaut. Denn nur die Lebensenergie von Heranwachsenden ist stark genug, die ruhelosen Geister zu bezwingen.

Die roten, bzw. rosaroten vier Häuser im Zentrum des Bildes sollen ebenfalls von Geistern heimgesucht worden sein. Um den Bewohnern Ungemach zu ersparen, wurden sie schlicht rot gestrichen.

Wie auch immer, Rot ist also die Glücksfarbe. Trotzdem hab ich heute den Verkehr beobachtet und bis auf die Taxis nur ein einziges rotes Auto gesehen. Das Gros der Privatfahrzeuge findet sich auf der langweiligen Skala der unbunten Farben. (Ja, hier und da gibts schon rote Autos, aber sehr wenige in Shenzhen.)

Old Town of ChongqingOld Town of Chongqing | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Nächstes Jahr ist übrigens das Jahr des Pferdes (nach den chinesischen Tierkreiszeichen). Da mein Sternzeichen ebenfalls Pferd ist, ist das ein schlechtes Jahr für mich (sagt meine Gesprächspartnerin). Ich könne die negativen Vibes allerdings ganz einfach ablenken, indem ich das ganze Jahr über rote Unterwäsche trüge. Ähm… ok.

Weiß und Schwarz sind nach der chinesischen Farbenkunde die Farben des Todes, insbesonders wenn sie gemeinsam auftreten. Das ist auch der Grund, warum das neue Hotel Sheraton in Shenzhen bei einigen Leuten für Furore gesorgt hat. Ich mach euch demnächst ein Bild davon, dann seht ihr wieso.
Und hier ist es auch schon, schwarz, weiss und pompös:

The Sheraton in ShenzhenThe Sheraton in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Schwarz allein ist übrigens böse.
Als einer, der ausschließlich schwarze Klamotten hat, bin ich… naja, das kennen wir ja eh von zhaus, gö?
黑社会, die schwarze Gesellschaft, das ist die hiesige Bezeichnung für Gangster und Mafiosi.

Ein Typ, der in eher aufdringlicher Art und Weise hinter den Frauen her ist (also auf der Skala von starren bis grapschen), hat eine Bezeichnung die sich in etwa mit „Bunter Wolf“ übersetzen lässt. Gibts im Deutschen überhaupt einen Namen dafür?

Ein paar Dinge sind noch bemerkenswert, obwohl ich das Meiste da schon vor Jahren abgedeckt habe. Gelb und Gold (Gold ist tatsächlich hier, ebenso wie Silber als Farbe anerkannt) also Gelb und Gold waren dazumals des Kaisers, und des Kaisers alleine. Silber und Grau stehen für Geld. Wenn einer ein „graues Einkommen“ hat, verdient er schön viel Zaster.
Die Farbe Silber ist übrigens yinse, 银色 und yinhang 银行 bedeutet Bank.

Grün ist genauso wie bei uns die Farbe der Fruchtbarkeit und des Lebens, allerdings sollte man niemals einem Mann einen grünen Hut schenken. (Ich meine, wer verschenkt schon einen grünen Hut, aber lustig allemal) Denn wenn eine Chinesin ihrem Mann „einen grünen Hut aufsetzt“ ist das dasselbe, wie wenn eine Österreicherin ihrem Mann Hörner aufsetzt. Nur halt ein paar tausend Kilometer weiter weg.

Die Aussage „Schau her, ich verpasse dir ein bisschen Farbe um die Augen!“ ist das Äquivalent zu unserem „(Oida!) I posch da ane! (Oida!), Kriagst a blaus Guck! (Oida!)“.

Und zuguterletzt gibts noch „gelbe“ DvDs, gelbe Zeitschriften und Bücher. Da Pornographie in China illegal ist, wirds mehr der weniger schwarzmarktmäßig unter der Hand angeboten, man solle  also vorsichtig sein, wenn einem irgendeine zwielichtige Gestalt irgendwas „gelbes“ anbieten will.

Rot in Geschichte und Mythologie

Rot in Geschichte und Mythologie:
Rot ist die älteste und prominenteste Farbe der Menschheit und für viele von uns hat sie den stärksten Charakter.

Rot in der Mythologie, Feuer ist da ein schönes Beispiel
Rot in der Mythologie: Feuer | photo: Frank Fox (cc-by-sa)

Mythos Farbe – Rot

Steinzeit

Die Geschichte der Farbe Rot beginnt, zumindest für uns nachvollziehbar, bereits in der Steinzeit.

Angeblich war Rot die erste Farbe, die der Mensch wahrnehmen konnte. Bei Jägern und Sammlern war es die bedeutendste Farbe.
Durch die lebenserhaltenden Eigenschaften, die der Farbe zugeschrieben wurden, wurde roter Ocker häufig als Grabbeigabe in steinzeitlichen Begräbnisriten verwendet.
Bis zu zehn Kilogramm, zu feinem Pulver zermahlenem Ocker wurden in solchen Grabstätten entdeckt.

Die Farbe Rot galt im Allgemeinen als die Farbe von Blut und Feuer.
Krieg, Zorn und Hass, das Blutvergießen ist rot, weshalb die Farbe auch den antiken Kriegsgöttern Ares und Phoebus zugeordnet wurden. Ebenso wie dem römischen Kriegsgott Mars. Diesen negativen Eigenschaften gegenüber stehen sehr angenehme Aspekte wie Liebe, Sexualität, Leidenschaft und Lust.

Im Altertum war die Farbe Rot im Gegensatz dazu dem weiblichen Prinzip, der Erde und Muttergottheit zugeordnet.
Die Macht, Leben zu erhalten, wurde dem roten Ocker zugeschrieben, der in Ritualen verwendet und aus der Erde gewonnen wurde. Roter Ocker symbolisierte in dem Zusammenhang oftmals Fruchtbarkeit.

Jungsteinzeit

Die frühesten Viehzüchter haben anscheinend ihre Tiere gerne mit rotem Ocker oder Eisenoxid bemalt, um deren Fruchtbarkeit zu steigern.
Höhlenmalereien in roter Farbe stellen oft magische Handlungen dar oder sind selbst als solche gedacht gewesen.
Kunst als schöpferischer Akt hatte schon immer etwas Magisches an sich.

Rot schützt vor bösen Geistern

Rot ist eine sehr starke und vor allem menschliche Farbe. Vom Altertum bis heute glauben manche Menschen, dass die Farbe Rot vor bösen Geistern und unliebsamen Einflüssen schützt.

Tiere, Bäume, Werkzeuge, Türen und Kleidungsstücke wurden daher mir roter Farbe bestrichen und verziert. Jäger und Krieger verliehen ihren Waffen durch rote Farbe mehr Durchschlagskraft. Die Waffen in das Blut erlegter Tiere zu tauchen, oder sich gar selbst damit einzuschmieren war ein Brauch, der im Altertum sehr wahrscheinlich praktiziert wurde.

Manche Völker schlachteten zur Feier einer Geburt ein besonders starkes Tier und badeten das Neugeborene in dessen rotem Blut, damit der mächtige Geist des Tieres auf das Kind übergehen und es ebenso stark machen sollte.

Germanen & Angelsachsen

Rot war auch bei den alten Germanen die Farbe der Zauberei. Die Vitkar, altgermanische und nordische Runenmagier, trugen Gewänder mit roten Verzierungen.

Das angelsächsische Wort für roten Ocker lautet teafor und ist offenbar mit dem altnordischen taufr verwandt, welches Zauber bedeutet. Der germanische Gott Donar bzw. Thor hatte rotes Haar und einen roten Bart. Blies Thor in seinen roten Bart, konnte er Blitze schleudern. Rote Tiere waren dem Donar geweiht, wie beispielsweise das Rotkehlchen, der Rotfuchs oder das heimische, rote Eichhörnchen. Auch die Augen und der Bart des Jagdgottes Wotan waren in feurigem Rot gehalten.

In der Sage von Siegfried dem Drachentöter wird berichtet, er habe seine (beinahe) Unverwundbarkeit durch ein Bad im heißen Blut des erlegten Drachen erlangt. Nur am Rücken, wo während des Bades ein Blatt klebte das er nicht entdecken konnte, blieb ein verwundbarer Fleck.

Ägypten

Im antiken Ägypten war die Farbe Rot dem Gott der Wüste und der Zerstörung zugeordnet, Seth. Der grüne Nilstreifen und sein Delta waren die Quelle von Ägyptens Leben und Reichtum, die rote Wüste verhieß allerdings nur den Tod.

Deshalb ist Rot in der altägyptischen Kultur ein Zeichen des Bösen. Schreiber hatten gar eine eigene, rote Tinte, für übel beleumdete Wörter und Zeichen. Magier baten in ihren Zaubersprüchen oft um Erlösung aus der Hand von bösen, roten Dingen.

Israel

Die Israeliten die in der Bibel auftauchen, bestrichen manchmal ihre Türstöcke mit Blut und roter Farbe, um böse Geister fernzuhalten, eine Praxis die wir auch in Ostasien und anderen Kulturkreisen wiederfinden.

Die Etymologie der Farbe Rot im Hebräischen zeigt den selben Wortstamm auf für Rot (adom), sowie für Blut (dam). Nach der biblischen Schöpfungsgeschichte wurde Adam aus roter Erde erschaffen.

Auch in der sumerischen Überlieferung entstand der erste Mensch aus Tonerde und dem Blut der Götter. In der mittelalterlichen Alchemie war die Rötung eines Stoffes ein Zeichen, dass man sich dem Stein der Weisen annäherte.

Asien

Der Phönix ist der Feuervogel, der sich am Ende seiner Lebensspanne selbst verbrennt und verjüngt aus der Asche emporsteigt. Er symbolisiert zumeist die Gewalt, aber auch Wiedergeburt und Erneuerung, sowie die reinigende Wirkung der Flammen.

Der in chinesischen Legenden beheimatete zinnoberrote Vogel ist ebenfalls mit dem Phönix verwandt und wird auch als Essenz oder Substanz der Flamme bezeichnet. Er bringt ein langes Leben und Glück.

In der Sinosphäre (China und kulturell chinesisch beeinflusste Gebiete Südostasiens wie Japan, Korea, Vietnam) ist Rot die Glücksfarbe. Primär deshalb, weil Monster (beispielsweise Totengeister oder das Neujahrsmonster Nian) panische Angst vor roten Dingen haben.

Russland

Im kalten Russland war die warme Farbe Rot als Farbe des Herdfeuers von jeher positiv besetzt. Seit der russischen Revolution wurde Rot zur Landesfarbe und findet sich im roten Platz oder der roten Armee wieder. Von dort hat Rot sich als politische Farbe des Sozialismus und Kommunismus etabliert.

Europäisches Mittelalter

Von der Römerzeit bis ins Mittelalter waren Rot und rotes Purpur die Farben der Macht, da satte, rote Farbstoffe teuer waren und dem einfachen Volk oft nicht erlaubt oder schlicht unerschwinglich.

Wo im Mittelalter Maria und diverse Engel noch rote Kleidung trugen oder sogar rote Haare hatten, wurde Rot ab etwa 1500 verteufelt (die Kardinäle trugen aber weiterhin rot).

Jedenfalls war die Beziehung der Farbe Rot zur Sexualität den Kirchenvätern offenbar ein Dorn im Auge. Die roten Flammen wurden mit dem Teufel assoziiert und Menschen mit rotem Haar oft als Dirnen, Hexen und Schwarzmagier denunziert. Vorurteile, die sich lange gehalten haben.

Der rote Klatschmohn wurde ebenfalls zur Teufelsblume erklärt.

Rotes Bettzeug wurde noch im Mittelalter verwendet, um vor Krankheiten zu schützen. Rot bemalte Amulette und Schmuck, der mit Rubin oder Granat verziert war, hatten vielfältige Schutzfunktionen vor Krankheiten oder dem bösen Blick.

Purpur und Kardinalsrot im Mittelalter

Mit dem Zerfall des römischen Reiches ist die Bedeutung und Verwendung von Purpur zurückgegangen. Ostrom verwendete den Farbstoff zwar noch weiter, aber für den Westen war die Purpurzeit vorbei.

Ob die Käppchen und Gewänder der Kardinäle nun tatsächlich mit echtem Purpur gefärbt waren ist heute unklar. Möglicherweise waren die Gewänder damals schon scharlachrot, also nicht mit Purpur gefärbt, sondern mit Cochenille, das aus Schildläusen gewonnen wird. Wir kennen Cochenille von Kosmetika wie Lippenstift und dem allseits (mehr oder weniger) beliebten Campari. Wie auch immer, Rot und Violett sind im Kreis der liturgischen Farben ein bedeutender Posten.

Dasselbe gilt auch für diverse Königsmäntel, die oft als purpurn bezeichnet werden.

Eine interessante (aber nicht notwendigerweise korrekte) Geschichte gibt’s noch zu Königsmänteln zu erzählen: Angeblich hat man gerne frisch gesalbte Könige in einen neuen Purpurmantel gehüllt. Sprich, solange der König noch grün hinter den Ohren war, war das auch sein Mantel. Wuchs er langsam in sein Amt und seine Verantwortung hinein, wurde der Mantel blau und schließlich tiefpurpur, wenn der König die ersten Amtsjahre überlebt hat. So einfach war das Überleben bei den damaligen Königen ja nicht, wie Hinz und Kunz sich das immer vorstellen.

Liste von Färberpflanzen

Eine Liste von Färberpflanzen sortiert nach dem lateinischen und dem deutschen Namen.

Beispiel für Färberpflanzen: Indigofera dalzellii
Indigofera dalzellii | photo: Dinesh Valke (cc-by-sa)

Färberpflanzen nach dem lateinischen Namen sortiert

Eine Liste mit Pflanzen, die zur Herstellung von Farbstoffen verwendet werden/wurden, sortiert nach ihrem lateinischen Namen. Zur Liste der Färberpflanzen nach deutschen Namen bitte nach unten scrollen.

  • Achillea filipendulina || Goldgarbe || Gelb
  • Achillea millefolium || Schafgarbe || Gelb
  • Agrimonia eupatoria || Gemeiner Odermennig || Gelb
  • Althaea rosea (nigra) || Schwarze Malve || Rot
  • Alchemilla vulgaris || Frauenmantel || Gelb
  • Alkanna tinctoria || Alkanna || Rot
  • Allium cepa || Küchenzwiebel || Gelb
  • Anthemis nobilis || Römische Kamille || Gelb
  • Anthemis tinctoria || Färberkamille || Gelb
  • Anthriscus sylvestris || Wiesenkerbel || Gelb
  • Arctostaphylos uva-ursi || Bärentraube || Gelb, Rot
  • Baptisia tinctoria || Wilder Indigo || Blau
  • Basella rubra || Malabar-Spinat || Rot
  • Berberis vulgaris || Berberitze || Gelb
  • Bixa orellana || Orleanstrauch || Orange
  • Caesalpinia echinata || Brasilholz || Rot
  • Caesalpinia sappan || Sappanholz || Rot
  • Calendula officinalis || Ringelblume || Gelb
  • Calluna vulgaris || Besenheide || Gelb
  • Carthamus tinctorius || Färberdistel || Gelb, Rot
  • Centaurea jacea || Wiesenflockenblume || Gelb
  • Chelidonium majus || Schöllkraut || Gelb
  • Chlorophora tinctoria || Färbermaulbeerbaum || Gelb
  • Chrozophora tinctoria || Krebskraut || Rot
  • Chrysanthemum vulgare || Rainfarn || Gelb
  • Clitoria ternatea || Blaue Klitorie || Blau
  • Coreopsis tinctoria || Mädchenauge || Orange
  • Cotinus coggygria || Perückenstrauch || Gelb
  • Crocus sativus || Safran || Gelb
  • Curcuma longa || Gelbwurz || Gelb
  • Filipendula ulmaria || Echtes Mädesüß || Gelb
  • Galium mollugo || Wiesen-Labkraut || Rot
  • Galium verum || Echtes Labkraut || Rot
  • Gardenia jasminoides || Gardenie || Gelb
  • Genista tinctoria || Färberginster || Gelb
  • Haematoxylum campechianum || Blutholz || Schwarz
  • Hypericum perforatum || Johanniskraut || Gelb
  • Indigofera arrecta || Art der Indigopflanze || Blau
  • Indigofera suffruticosa || Art der Indigopflanze || Blau
  • Indigofera tinctoria || Art der Indigopflanze || Blau
  • Isatis tinctoria || Färberwaid || Blau
  • Lawsonia inermis || Hennastrauch || Orange, Rot, Schwarz
  • Lysimachia vulgaris || Gewöhnlicher Felberich || Gelb
  • Lythrum salicaria || Blutweiderich || Rot
  • Marsdenia tinctoria || Marsdenie || Blau
  • Onosma echioides || Lotwurz-Gewächs || Rot
  • Origanum vulgare || Oregano || Braun
  • Peganum harmala || Steppenraute || Rot
  • Petroselinum crispum || Petersilie || Gelb
  • Phytolacca americana || Kermesbeere || Rot
  • Polygonum tinctorium || Färberknöterich || Blau
  • Quercus velutina || Färbereiche || Gelb
  • Reseda luteola || Reseda (Färberwau) || Gelb
  • Rhamnus carthartica || Purgier-Kreuzdorn || Gelb
  • Roccella tinctoria || Strauchflechte || Rot
  • Rubia tinctorum || Krapp || Rot
  • Sambucus nigra || Schwarzer Holunder || Rot
  • Serratula tinctoria || Färber-Scharte || Gelb
  • Solidago canadensis || Kanadische Goldrute || Gelb
  • Solidago virgaurea || Echte Goldrute || Gelb
  • Succisa pratensis || Gewöhnlicher Teufelsabbiss || Blau
  • Tagetes erecta || Tagetes || Gelb
  • Tephrosia tinctoria || Färber-Tephrosia || Blau
  • Vaccinium myrtillus || Heidelbeere || Rot
  • Wrightia tinctoria || Färber-Oleander || Blau

Färberpflanzen nach deutschem Namen sortiert

Liste mit einigen Färberpflanzen, nach der deutschen Bezeichnung sortiert (sofern vorhanden). Zur Sortierung nach dem lateinischen Namen bitte nach oben scrollen.

  • Alkanna || Alkanna tinctoria || Rot
  • Bärentraube || Arctostaphylos uva-ursi || Gelb, Rot
  • Berberitze || Berberis vulgaris || Gelb
  • Besenheide || Calluna vulgaris || Gelb
  • Blaue Klitorie || Clitoria ternatea || Blau
  • Blutholz || Haematoxylum campechianum || Schwarz
  • Blutweiderich || Lythrum salicaria || Rot
  • Brasilholz || Caesalpinia echinata || Rot
  • Echte Goldrute || Solidago virgaurea || Gelb
  • Echtes Labkraut || Galium verum || Rot
  • Echtes Mädesüß || Filipendula ulmaria || Gelb
  • Färber-Oleander || Wrightia tinctoria || Blau
  • Färber-Scharte || Serratula tinctoria || Gelb
  • Färber-Tephrosia || Tephrosia tinctoria || Blau
  • Färberdistel || Carthamus tinctorius || Gelb, Rot
  • Färbereiche || Quercus velutina || Gelb
  • Färberginster || Genista tinctoria || Gelb
  • Färberkamille || Anthemis tinctoria || Gelb
  • Färberknöterich || Polygonum tinctorium || Blau
  • Färbermaulbeerbaum || Chlorophora tinctoria || Gelb
  • Färberwaid || Isatis tinctoria || Blau
  • Färberwau (siehe: Reseda)
  • Frauenmantel || Alchemilla vulgaris || Gelb
  • Gardenie || Gardenia jasminoides || Gelb
  • Gelbwurz || Curcuma longa || Gelb
  • Gemeiner Odermennig || Agrimonia eupatoria || Gelb
  • Gewöhnlicher Felberich || Lysimachia vulgaris || Gelb
  • Gewöhnlicher Teufelsabbiss || Succisa pratensis || Blau
  • Heidelbeere || Vaccinium myrtillus || Rot
  • Hennastrauch || Lawsonia inermis || Orange, Rot, Schwarz
  • Indigo || Indigofera arrecta || Blau
  • Indigo || Indigofera suffruticosa || Blau
  • Indigo || Indigofera tinctoria || Blau
  • Johanniskraut || Hypericum perforatum || Gelb
  • Küchenzwiebel || Allium cepa || Gelb
  • Kanadische Goldrute || Solidago canadensis || Gelb
  • Kermesbeere || Phytolacca americana || Rot
  • Krapp || Rubia tinctorum || Rot
  • Krebskraut || Chrozophora tinctoria || Rot
  • Lotwurz-Gewächs || Onosma echioides || Rot
  • Mädchenauge || Coreopsis tinctoria || Orange
  • Malabar-Spinat || Basella rubra || Rot
  • Marsdenie || Marsdenia tinctoria || Blau
  • Oregano || Origanum vulgare || Braun
  • Orleanstrauch || Bixa orellana || Orange
  • Perückenstrauch || Cotinus coggygria || Gelb
  • Petersilie || Petroselinum crispum || Gelb
  • Purgier-Kreuzdorn || Rhamnus carthartica || Gelb
  • Römische Kamille || Anthemis nobilis || Gelb
  • Rainfarn || Chrysanthemum vulgare || Gelb
  • Reseda || Reseda luteola || Gelb
  • Ringelblume || Calendula officinalis || Gelb
  • Safran || Crocus sativus || Gelb
  • Sappanholz || Caesalpinia sappan || Rot
  • Schöllkraut || Chelidonium majus || Gelb
  • Schafgarbe || Achillea millefolium || Gelb
  • Schwarze Malve || Althaea rosea (nigra) || Rot
  • Schwarzer Holunder || Sambucus nigra || Rot
  • Steppenraute || Peganum harmala || Rot
  • Strauchflechte || Roccella tinctoria || Rot
  • Tagetes || Tagetes erecta || Gelb
  • Wiesen-Labkraut || Galium mollugo || Rot
  • Wiesenflockenblume || Centaurea jacea || Gelb
  • Wiesenkerbel || Anthriscus sylvestris || Gelb
  • Wilder Indigo || Baptisia tinctoria || Blau
  • Goldgarbe || Achillea filipendulina || Gelb

Grau

Neutral und nüchtern spricht Grau zu uns von Nachdenklichkeit und Theorie, Technologie und sachlicher Überlegung. Grau ist die Farbe der Eleganz und vermittelt ein seriöses Auftreten. Ebenso ist die Farbe Grau unauffällig, angepasst und undurchsichtig.

Farbe Grau: Mittelton der unbunten FarbenIn der Nacht sind alle Katzen grau | photo: Ryanne Lai (cc-by-nc)

Die Bedeutung der Farbe Grau

Grau – sprich, die gesamte Palette zwischen Schwarz und Weiß – ist die klassische unbunte Farbe.
Ob Hellgrau, Mausgrau, Dunkelgrau – Grau ist unaufdringlich und edel, mit jeder beliebigen Farbe kombinierbar, aber leider auch etwas nichtssagend.

Der Eindruck von Grau entsteht für unser Auge auch dann, wenn zu wenig Licht vorhanden ist um Farbtöne auszumachen.
Daher sind nachts alle Katzen grau. Die graue Maus ist für gewöhnlich ein absolut unauffälliger Mensch, der sich nicht ins Rampenlicht stellt (und selbst wenn, trotzdem übersehen wird).

Die graue Eminenz hingegen ist so etwas wie der geheime Drahtzieher im Hintergrund.
Graue Eminenzen wollen nicht gesehen werden, und Paranoiker sehen überall dort irgendwelche Hintermänner, wo keine sind.

Der graue Alltag hingegen ist dann eingetreten, wenn wir keinerlei Abwechslung mehr im Leben haben, weder Freud noch Leid.

Übersicht zur Farbe Grau

  • Grau ist eine unbunte Farbe
  • Grau ist der wohl neutralste Farbton
  • Die graue Eminenz steht im Hintergrund und zieht die Fäden
  • Die graue Maus ist unscheinbar und wird oft übersehen
  • Der graue Alltag ist langweilig und öde
  • Die Farbe steht für Seriosität und Pünktlichkeit
  • Grau ist die Farbe des Alters und der Weisheit
  • Im Morgengrauen ist noch nicht genug Licht für effektives Farbsehen vorhanden
  • Weshalb nachts alle Katzen grau sind
  • Der Farbton steht manchmal auch für Minderwertigkeit, denn schwarzes Gewand das zu oft gewaschen wurde wird grau, ebenso bekommt weiße Kleidung einen Grauschleier
  • Grau lässt sich problemlos mit allen Farben kombinieren

Grau und Gestaltung

Grauschattierungen vermitteln Seriosität und Pünktlichkeit. Ordnung.
Allerdings eben auch Langeweile, weshalb wir sie gerne mit anderen Farben kombinieren.
Glücklicherweise ist Grau offen für jede Kombination.
In der Heraldik wird der Ton gerne als Ersatz für Silber verwendet.

Weiss

Unschuld, Sauberkeit und Moderne wird durch die Farbe Weiß angezeigt. Sie steht für Ordnung und Ehrlichkeit, ist edel und wahrhaftig, fromm und vollkommen. Weiß ist die Farbe des Guten, der Klarheit und der hehren Ideale.

Farbe Weiß - hier ein weißer FingerhutWeißer Fingerhut | photo: Frank Fox (cc-by-sa)

Was ist Weiß?

Unser Auge nimmt einen Gegenstand (oder Licht) dann als weiß wahr, wenn alle drei verschiedenen Zapfen der Netzhaut in ausreichender Intensität und in gleicher Weise stimuliert werden. Diese Zäpfchen sind sogenannte Photorezeptoren und in der Lage Blau, Rot und Grün als getrennte Farben wahrzunehmen. Werden also alle drei Arten von Rezeptoren gleichmäßig und stark genug gereizt, sehen wir Weiß.

Ist die Intensität des Lichtes zu gering, sehen wir Grau. Davon leitet sich auch das Sprichwort „In der Nacht sind alle Katzen Grau“ ab, da bei zu wenig Licht auch keine Farben mehr wahrgenommen werden.

Symbolik von Weiß im Westen

Bei uns ist Weiß meistens die Farbe der freudigen Ereignisse. Die Leichtigkeit des Seins, Unschuld, Reinheit und auch Extravaganz kommt durch die Farbe Weiß zum Ausdruck. Bei den Christen und im Judentum ist es die Farbe der Heiligkeit und wird bei liturgischen Gewändern verwendet. Weiß ist ja ungefärbt, quasi „jungfräulich“, dem entsprechend tragen junge Frauen an Lichtmeß weiße Gewänder und bekränzen sich mit leuchtenden Kerzen.

Weiß und seine Symbolik in Asien

Gebrochenes Weiß ist in China die Farbe der Trauer und des Todes, während Weisheit, Alter und List durch reines Weiß symbolisiert wird. Insbesonders die Kombination von Weiß und Schwarz ist ungern gesehen.
Deshalb heiratet man im Reich der Mitte auch in Rot, zumindest traditionell (heutzutage ist der Westen ja in, also heiraten viele in Weiß, was allerdings den Mamas und Omas weniger gefällt).
Nach der asiatischen Lehre von den fünf Elementen verbindet man Weiß mit dem Westen und dem Herbst.

Noch mehr Symbole

Das weiße Lamm. Unschuldig sieht es aus, und ist es meistens auch mit seinem gekräuselten Fell und den süßen Augen. Das weiße Lamm, manchmal auch der Hammel, sind traditionsgemäß Opfertiere, weshalb in gewissen Religionen das weiße Lamm auch mit dem Sich-Opfern und Erlösung assoziiert wird. Die weiße Taube ist das Symbol von Frieden und Hoffnung.

Übersicht zur Farbe Weiß

  • Weiß ist die Farbe der Unschuld, der Reinheit und Unbeflecktheit
  • Weißes Licht ist eine gleichmäßige Mischung als allen Wellenlängen
  • Eine unbunte Farbe
  • Die hellste Farbe, die totale Anwesenheit von Licht
  • Symbol für Glück
  • Der Neuanfang und die Auferstehung werden mit der Farbe Weiß assoziiert: Weißer Lotos im Buddhismus oder dem Jesus sein weißes Gewand, sowie das weiße Ei, das in etlichen Schöpfungsmythen als Ursprung des Lebens gilt
  • Zeus entführte Europa in Gestalt eines weissen Stieres
  • Die weiße Taube als Symbol des Friedens und den Hoffnung
  • Das weiße Lamm (Opfer für die Menschheit)
  • Weiße Tiere waren bei den Griechen beliebte Opfertiere (Stier z.B.)
  • Die Farbe Weiß als Symbol des „Guten“ (im Gegensatz zu Schwarz)
  • Als Brautkleid bei der Hochzeit war in den letzten 150 Jahren Weiß eine beliebte Farbe, die die Unschuld symbolisieren sollte
  • Bewohner von Ländern in denen die schwarze Erde Fruchtbarkeit bedeutet, sehen Weiß oft als Farbe der Trauer
  • Unnahbar und kühl
  • Weiß ist die Farbe des Ursprungs (weißes Licht kann gebrochen werden, weißes Papier bemalt…)
  • Schnee und Eis sind kalt und weiß
  • Lawinen der weiße Tod
  • Weiß ist die Farbe der Weisheit
  • Wer ein reines Gewissen zur Schau stellt, hat eine weiße Weste

Weiß als unbunte Farbe

Wie auch bei Schwarz und Grau handelt es sich bei Weiß um eine sogenannte unbunte Farbe. Nur eine hohe Lichtintensität erzeugt auch einen Eindruck von Weiß, da unsere Netzhaut gleichmäßig und stark gereizt werden muss. Allerdings hängt unser Eindruck von Helligkeit auch von der Helligkeit der Umgebung ab, weshalb ein im Zimmer als weiß gesehenes Hemd sich im Freien plötzlich als grau entpuppt.

Weiße Kleidung

Weiße Kleidung ist bekanntlich mit Vorsicht zu genießen. Zwar können wir es mit modernen Bleichmitteln und sonstigen Giften auch längerfristig weiß halten, aber mal ehrlich, wenn ich mir meinen Rotwein auf den schwarzen Anzug schütte, feiere ich einfach weiter. Wenn der Partysaft allerdings aufs weiße Jackett tröpfelt ist ausgefeiert.
Trotzdem, oder gerade deshalb ist weiße Kleidung im Alltag die Farbe der Extravaganz, sagen wir „progressives Auftreten“. In Weiß fallen wir sicher genau so auf wie in Rot, nur nicht so aggressiv.
Außerdem lassen sich weiße Kleidungsstücke ideal als Kontrastfarbe zu dunkler Kleidung tragen. Man denke nur mal an das weiße Hemd oder das weiße Seidentuch.

Ebenfalls bedeutend erscheint mir das weiße Brautkleid, immerhin ist das Ding in gewisser Weise traditionell und verkörpert die Unschuld. Erm. Symbolisch. Aber in Weiß heiratet man sowieso erst seit den 1920ern, denn vorher war es schlicht und einfach zu teuer für das normale Volk, sich extra für einen Tag ein weißes Kleid machen zu lassen. In China heiratet man traditionell in Rot, denn das bringt Glück, während Weiß im Reich der Mitte als Farbe des Todes gilt. Also traditionell, die Zeiten ändern sich.
Heutzutage sind es aber nicht mehr nur Mädels im heiratsfähigen Alter, die sich für weiße Klamotten interessieren, auch der eine oder andere Magier findet Gefallen daran.

Weißer als Weiß

Seit mindestens 30 Jahren waschen diverse Waschmittel mit jeder neuen Rezeptur bzw. Werbekampagne noch weißer als vorher. Das ist interessant, immerhin ist reines Weiß total. Für die Gamer unter uns könnte ich sagen Weiß ist gecapped, noch mehr als Alles gibts einfach nicht. Trotzdem kauft Otto Klementine Normalverbraucher die neue Pfletze gerne, weils noch weißer wäscht…
Weißwäsche, Buntwäsche, Gehirnwäsche.

Violett

Die kaiserliche Farbe von Macht und Herrschaft, Eitelkeit und Dekadenz. Doch die Farbe Violett symbolisiert ebenso Einsamkeit und Trauer wie Verborgenheit und Magie. Die Farbe der Extravaganz, unkonventionell und kreativ.

Farbe Violett im Pflanzenreich: ZierknoblauchZierknoblauch | photo: Frank Fox (cc-by-sa)

Lila, Purpur, Violett?

Da gibt es so viele Farbtöne und Unterscheidungen wie es Abstufungen zwischen Bordeaux und Indigo gibt. Nicht umsonst gibts das sprichwörtliche Lilablassblau.
Also fangen wir wieder mal mit den Wortverwandtschaften und Bindegliedern an an: Violett leitet sich von Viola ab, welches jetzt aber weder meine imaginäre Schwester Vio ist, noch diese mutierte Violine, sondern das Veilchen.
Auch Lila leitet sich vermutlich von einer Pflanze ab, nämlich „lilac“, der Flieder wie er auf dem Bild zu sehen ist (wobei sich wie immer die Frage stellt, was wovon kommt.)
Wobei ich allerdings gerade entdeckt habe, daß lilac auch im Englischen ein Lehnwort ist, und zwar aus dem Arabischen.
Das Purpur wird aus der Purpurschnecke gewonnen und ist nach wie vor der teuerste Farbstoff der Welt.
Welcher Farbton jetzt tatsächlich gemeint ist, verliert sich allerdings im Dunst der Jahrhunderte, da sich mit Purpurfarbstoffen verschiedene Farbtöne herstellen lassen. Dazu verändern sie sich im Lauf der Zeit, eine Eigenart, die man sich angeblich zunutze machte um die wachsende Weisheit von Königen mit ihrem Mantel zu symbolisieren.
Im Weiteren verwende ich das Wort Lila für hellere Farbtöne, Violett für dunkle und Purpur für satte, zu Rot tendierende Tönungen.

Bedeutung und Assoziationen

Lila, Violett und Purpur gelten als Farben der Extravaganz und Kreativität. In der Mode sind violette Teile relativ selten anzutreffen, da ihre Kompatibilität (Sorry, kenne nur Geekwörter) eher mäßig ist.

Zartlila allerdings finden wir relativ häufig, was unter anderem daran liegt, daß die Farbe vor Kurzem einen Modeboom erlebte.
Lila ist in verschiedenen Kulturen ein Bindeglied zwischen Körper (Rot) und Geist (Blau). Demnach quasi eine Farbe die Ganzheitlichkeit ausdrückt. Tiefes, sattes Violett ist eine Farbe, in der wir uns verlieren können, sie gilt also auch als Farbe der Tiefgründigkeit und des Verborgenen.

Macht, Magie und Okkultismus, sowie tiefe Mysterien werde oft durch Violett zum Ausdruck gebracht.

Lichtfrequenz der Farbe Violett

Eigentlich ist Violett die Farbe der kurzwelligen Lichtfrequenz zwischen 425 Nanometern und dem ultravioletten Bereich, während der Maler die Farben Rot und Blau miteinander mischt, um Violett beziehungsweise Lila zu erhalten.

Übersicht zu Lila & Violett

  • Lila (Körperfarbe) ist eine Mischung aus Rot und Blau
  • Lila ist der kurzwelligste Bereich bei Lichtfarben (Violett/Ultraviolett)
  • Die Farbe Violett wird in der Reinform nicht oft verwendet, zumindest nicht für große Flächen
  • Zu viel Violett kann etwas deprimierend wirken
  • 2009 war Lila DIE Modefarbe
  • Echtes Purpur kann als Farbstoff Violett ergeben, ist sehr teuer und wird aus Purpurschnecken gemacht
  • Lila kann durch den Zusatz von Rot oder Blau wärmer oder kälter gemacht werden
  • Das Alkalimetall Rubidium erzeugt Purpurrote Flammen
  • Violett in der Mode steht für Kreativität, Einzigartigkeit, Macht (durch Purpur-Rot und Purpur-Violett) und Unantastbarkeit
  • Die Farbe Lila kann auch für Okkultes stehen, besonders dunkles, geheimnisvolles Violett
  • Violett als Farbe der Buße bei den Katholiken
  • Lila liegt zwischen körperlichem Rot und spirituellem Blau und bringt damit Harmonie zum Ausdruck
  • Violett ist extravagant

Schwarz

Eleganz und Würde, die Farbe Schwarz ist Symbol des Todes und der Trauer, der Nacht, Einsamkeit und Leere. Sie gilt als geheimnisvoll, mystisch und undurchdringlich, melancholisch und mächtig. Die Farbe der fruchtbaren Erde, des Verstehens und des Okkulten.

Farbe Schwarz im Tierreich: Hier eine Krähe (die den Raben schwarz nennt)Krähe | photo: Mark Germani (cc-by-nc)

Ist Schwarz überhaupt eine Farbe?

Ähm, ja – diese Frage kann man sich tatsächlich stellen. Zwar scheiden sich hier die Ansichten, da Farbe ja erst durch Lichtreflexion & Absorption entsteht. Trotzdem verwenden wir Schwarz als Farbe. Als kleines Zugeständnis sortieren wir es allerdings bei den sogenannten unbunten Farben ein, gemeinsam mit Weiß und Grau.

Außerdem ist da ja noch die Definition von Farbe nach DIN:
„Diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge des Menschen strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtsfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann.“
Doch nicht so blöd, diese Definitionen.
Also JA, Schwarz ist eine Farbe.

Die Farbe von Tod und Trauer

In westlichen Ländern trägt man in der Trauerzeit Schwarz, da die Geister der Verstorbenen angeblich die Farbe nicht sehen können. Da sie ansonsten die Nähe ihrer Hinterbliebenen suchen, hilft man mit schwarzen Klamotten etwas nach.

Da Schwarz absolut undurchsichtig und mysteriös ist, hat es sich rasch als Farbe des Todes etabliert, da kann ja auch niemand so wirklich sagen was passiert.

Die Farbe der Individualität

Da fragen sich Einige (zurecht) wie die Farbe individuell sein kann, wenn jeder Zweite da draussen in Schwarz rumrennt. Ja ne, das Auge tut sich mit schwarzen Flächen etwas schwer, deshalb wandert es automatisch zu den unbedeckten Körperteilen, also meistens das Gesicht und die Hände. Demnach ist also nicht die Farbe selbst individuell, sondern sie unterstreicht die Individualität des Trägers.

Schwarz als Kontrastfarbe

Schwarz lässt sich mit allen anderen Farben kombinieren und erzeugt einen netten Kontrast. Durch den Simultankontrast erscheinen die kombinierten Farben noch stahlender. Und ähnlich wie schwarze Kleidung die Aufmerksamkeit auf den Träger lenkt, hebt ein schwarzer Hintergrund den bunten Text bzw. das Foto etc. hervor.

Auch andersrum schreiben wir beispielsweise schwarz auf weiß, damit der dadurch erzeugte Kontrast das Lesen erleichtert. Aber Vorsicht, zu starke Kontraste ermüden das Auge schneller.

Übersicht zur Farbe Schwarz

  • Schwarz ist eine unbunte Farbe
  • Schwarz ist die totale Abwesenheit von Licht
  • Afrika ist der schwarze Kontinent
  • Schwarz ist die Farbe der Trauer
  • Schwarz ist die Farbe des Illegalen (Schwarzbrenner, Schwarzmarkt, Schwarzfahrer etc…)
  • Schwarz ist edel und vornehm
  • Wer schwarz sieht, hat die Hoffnung verloren
  • Schwarz ist die Farbe des Todes
  • Schwarz-Weiß-Malerei nennt man einen Erzählstil, wo Gut und Böse klar voneinander unterscheidbar sind
  • Während ein Schwarzmaler ein Zeitgenosse ist, der seine pessimistische Weltsicht allen auf die Nase bindet
  • Schwarz ist in der Politik die Farbe der Konservativen
  • Die Pest ist der schwarze Tod
  • Das schwarze Schaf ist einzigartig in der Herde, ein Außenseiter
  • Schwarze Katzen und andere schwarze Tiere bringen Unglück (was ein ausgemachter Schwachsinn ist)
  • „Die Krähe nennt den Raben schwarz“ bedeutet soviel wie „Du bist auch nicht viel besser“
  • Öl und Kohle sind das schwarze Gold
  • Jemand ist ein Pechvogel, ein Unglücksrabe oder er hat einfach eine Pechsträhne
  • K (Key) im CMYK Farbraum steht für Schwarz

Schwarz als Farbe der Macht

Naja, die eigentliche Farbe der Macht ist ja Rot, bzw. Purpur. Warum, das steht auf der entsprechenden Seite.

Trotzdem ist Schwarz eine Farbe von unbestrittener Kraft und Autorität. Allerdings löst die Farbe bei einigen unserer Artgenossen ein unwohles, ängstliches Gefühl aus.
Immerhin ist es die Farbe des Todes, ein Memento Mori wenn man so will. Eine Tatsache, die sich viele Leute zunutze mach(t)en, sei es die Piratenflagge, Uniformen, Priestersoutanen oder der schwarze Anzug des Managers.

Valar Morghulis.

Tendenzen und Trends

Interessanterweise, das können wir täglich beobachten – ist Schwarz eher eine Farbe der Jugend. Ältere Leute sieht man fast nie in Schwarz, junge allerdings oft.
Möglicherweise ist es die Nähe des Todes, die den Leuten irgendwann doch zu schaffen macht, eventuell auch das geringere Verlangen, die Blicke auf das Gesicht zu lenken.
Allerdings mangelts mir hier noch etwas an Erfahrung, um ordentlich drüber schreiben zu können, deshalb vollende ich den Absatz in 40 Jahren oder so.

Die einzigen Zeitgenossen, die auch zu weißen Haaren noch schwarze Rollis tragen, sind Mathematiker. Vielleicht ist ja der Tod doch nur ein kleiner Term nach dem finalen Gleichheitszeichen.

Modefarbe Schwarz

Da sich die Farbe mit allen anderen problemlos kombinieren lässt und auch ansonsten nie verkehrt erscheint, ist Schwarz in der Mode recht beliebt. Wenn also JBO singen „Dann gemma halt zum Slayer“, können wir sagen „Dann tragma halt was Schwarzes. Wie sich das entwickelt hat, steht hier zu lesen: „Wie Schwarz in Mode kam“.

Braun

Die Farbe Braun präsentiert sich uns mit bodenständigem, warmem und erdigem Charakter.
Ausdauernd und gemütlich, die Farbe des Bodens und des Holzes. Braun ist auch altmodisch und gleichzeitig aromatisch wie Kaffee oder frischgebackenes Brot.

Farbe Braun in Aktion - ein BraunbärBraunbär | photo: Frank Fox (cc-by-sa)

Die Farbe der Erde

Braun ist eine Tertiärfarbe, sprich abgedunkeltes, vermischtes Gelb nehmen wir fast immer als Braun wahr, dito Orange.
Mischen wir die Farbe Rot mit Schwarz ab, sehen wir sie weiterhin als Rot.
Mit einem Schuss Grün allerdings geht die Nouance wieder in Richtung Braun.
Demnach nehmen Brauntöne einen sehr großen Teil des Farbspektrums ein.

Assoziationen

Die positiven Aspekte der Farbe Braun sind Bodenständigkeit, Festigkeit und Geborgenheit.
Ein warmes, dunkles Nest, in das wir uns reinkuscheln können.

Auch Aroma und Süße wird durch Braun verkörpert.
Denken wir an Kaffee oder Schokolade.

Allerdings verkörpert Braun für viele Menschen auch negative Aspekte wie Dummheit, Faulheit, Armut, Dreck und Erniedrigung. Oft kommt es auf den genauen Farbton an, immerhin sind die Nouancen sehr breit gefächert.

Die gesunde Bräune, die wir durch Sonnenlicht erhalten, wies vor noch nicht allzulanger Zeit darauf hin, dass jemand gerade „im Süden“ seinen Urlaub verbrachte. Auch aktive Menschen, die ihre Zeit gerne im Freien verbringen, bekommen eine gute Farbe.

Übertreiben wir es aber mit der Bräunung, empfindet es der eine oder andere heutzutage schon mal negativ, immerhin ist das Bewusstsein des Hautkrebsrisikos heute weit verbreitet.

Übersicht zur Farbe Braun

  • Die Farbe Braun ist würzig, aromatisch, erdig und bodenständig
  • Der braune Erdboden, die braune Ackerscholle – fruchtbare Erde
  • Kaffee und Schokolade, knuspriges Brot
  • Holz verleiht dem Wohnbereich Wärme und Behaglichkeit
  • Die Farbe Braun vermittelt Geborgenheit
  • Oft steht Braun mit der Armut in Verbindung, seit dem Mittelalter tragen beispielsweise Franziskanermönche braune bzw. ungefärbte Kutten
  • Braun wird auch mit Schmutz und Dreck assoziiert
  • Braun ist laut Umfragen die unbeliebteste Farbe
  • aber zugleich die Häufigste, denn abgedunkelt ergibt fast jede warme Farbe (Rot, Orange, Gelb) einen Braunton
  • Wer braungebrannt nach Hause kommt, war wohl im Urlaub
  • Braun ist eine klassische Tarnfarbe im Tierreich
  • Wer sich in Grün-Braun kleidet, bringt eine Nähe zur Natur zum Ausdruck

Braun als Designfarbe

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Für etliche Grafikaufgaben eignet sich Braun in Kombination mit einer anderen Farbe recht gut, insbesonders wenn es um Dinge geht, die knusprige, aromatische Frische oder wohlige Geborgenheit zum Ausdruck bringen sollen. Braun als erdige Farbe „verankert“ ein Werk gewissermaßen.
Allerdings tut ein Grafiker gut daran, mehrere alternative Meinungen einzuholen, denn wenn wir die passende Nouance verfehlen, entsteht ein unangenehmer Eindruck von Schmutz.

Auch finden sich noch Relikte aus der Zeit, wo Braun quasi eine Modefarbe in der Innenraumgestaltung war. Mein Studentenheim damals war so gestaltet und jedesmal wenn ich da reingegangen bin kam mir automatisch der Gedanke „Willkommen in der DDR“.

Braun vermittelt zwar Verlässlichkeit und Standhaftgkeit, aber auch Langsamkeit, einen Mangel an Flexibilität und einen schlichten Verstand. Nicht gerade das, was sich der durchschnittliche Unternehmer von einem Geschäftspartner erwartet.

Braun eignet sich allerdings hervorragend, um kaltes Weiß etwas aufzulockern. Cremefarben, Sahneweiß oder Champagne heißen diese Farbtöne dann, uns sie sind unserem Auge gegenüber milder und angenehmer als Strahleweiß.

Rosa

Die Farbe Rosa ist weiblich, zart und empfindsam, charmant und romantisch, lieblich und zärtlich. Manchmal auch naiv, jung und weich.
Sagt man zumindest.
Pink hingegen ist aggressiv und wild, ungezähmt und aufmerksamkeitsfordernd.

Die Farbe Rosa manifestiert sich in China auch mal so.

Bedeutung und Symbolik von Rosa, Pink, Magenta

Üblicherweise wird Rosa zur Darstellung sanfter Weiblichkeit verwendet.
Es symbolisiert das blühende Leben und die Jugend, beziehungsweise junge Liebe.

Hot Pink indes verwendet man gerne als Signalfarbe und zur Gestaltung von aggressiverer, selbständiger Weiblichkeit.
Gerne wird Pink als extreme Kontrastfarbe zu Schwarz eingesetzt.
Je mehr Blau bzw. Cyan dem pinken Farbton hinzugefügt wird, desto näher kommt die Farbe an Lila, in dunkleren Varianten an Violett und Purpur heran, und wirkt dadurch kälter, härter.

Rosa, Pink oder Magenta?

Rosa ist ein stark aufgehelltes Rot, also eine Mischung von Rot und Weiß.

Magenta dafür ist eine Grundfarbe im CMYK Farbsystem, geben wir dem Magenta einen Schuss Gelb bei, erhalten wir sattes Pink.
Ein bisschen Blau dazu und wir bekommen ein schrilles, relativ kaltes Pink.
Grelle Farbtöne werden im Modejargon gern als Hot Pink oder Shocking Pink bezeichnet.

Rosa ist gesund

Angeblich stimuliert zartes Rosa den Herzmuskel und soll so gerade Männer vor einer Reihe von Zivilisationskrankheiten schützen.
Da wir uns aber kaum in rosaroten Räumen aufhalten (wollen), sollten wir also entweder Pink Panther schauen, oder uns ein paar Schweine halten.

Neulich habe ich ein paar Fotos von einem Gefängnis in den USA gesehen, welches komplett in Rosa gestrichen war.
So man dem Artikel Glauben schenken will gibt es dort weit weniger Gewalt als in anderen Gefängnissen.
Tatsächlich handelt es sich um ein Experiment welches in den späten 70ern durchgeführt wurde.
Der Farbton ging als Baker-Miller pink in die Farbgeschichte ein.

Übersicht zur Farbe Rosa

  • Rosa war nicht immer die klischeehafte Mädchenfarbe
  • Die Farbe Rosa ist stark aufgehelltes Rot
  • Pink ist die aggressivere Variante von Rosa
  • Rosa ist weiblich, frisch und jung
  • Pink ist unabhängig, schrill und laut
  • Pink wird oft als starke Kontrastfarbe zu Schwarz eingesetzt
  • Als Druckfarbe ist Pink beinahe reines Magenta, mit einem Schuss Gelb
  • In der Natur erleben wir Rosa als Blütenfarbe
  • Pink kann arrogant und versnobt wirken
  • Pink ist dominant, Rosa nicht
  • Etymologisch leitet sich Pink vom niederländischen „pinck“ ab, das bedeutet soviel wie „klein“ (Pinck Oogen, kleine Augen wurde eine rosafarbene Blume bezeichnet)

Etymologie von Pink

Im deutschen Sprachgebrauch wird Pink gerne als Synonym für Rosa verwendet.

Es gibt da allerdings einen Unterschied. Rosa ist sanft und lieblich, Pink indes recht hart und Schrill.
Etymologisch leitet sich Pink aus dem Niederländischen ab, wo es eine rosafarbene Nelkenart namens „Pinck Oogen“, übersetzt „kleine Augen“ gibt. Pinck ist im Niederländischen auch der Name des kleinen Fingers, der sich aus dem oder ins Englische übertragen hat (Pinky).

Rosa ist nur was für Mädchen?

Heute ist Rosa das pure Klischee einer reinen Mädchenfarbe, aber das war nicht immer so. Rosa galt als das „kleine Rot“, und da Rot die Königsfarbe war, wurden Prinzen zu bestimmten Anlässen in rosa Klamotten gesteckt.