Kleine Materialkunde - Horn

Seit Anbeginn der Menschheit ist Horn einer der schönsten und vielseitigsten Werkstoffe, die die Natur zu bieten hat.

Glossar

Der schönste Hornschmuck in Salzburg

Es eignet sich insbesonders für Produkte, die in Kontakt mit menschlicher Haut kommen, wie beispielsweise Messergriffe, Löffel, Schmuck und Haarkämme. Horn enthält keine allergenen Stoffe, liegt angenehm in der Hand und wirkt feutigkeitsregulierend. Obwohl das Material wie Holz eine Maserung hat, ist es härter, dicher und lässt es sich hervorragend bearbeiten. Drechseln beispielsweise, fräsen oder schnitzen. Horn verhält sich weitgehend homogen in der Verarbeitung und ist im Endzustand geschmacksneutral - auch sensible Lebensmittel werden in ihrem Geschmack nicht durch den Werkstoff beeinflusst, weshalb Kenner oft Hornlöffel für beispielsweise Kaviar verwenden.

Pflege von Hornschmuck

Pflege von Horn

Wenn ihr einige einfache Pflegehinweise beachtet, gewinnen eure langlebigen Hornprodukte durch stetigen Gebrauch an Charakter - damit ihr wirklich lange Freude daran habt.

Temperatur
Setzt euer Hornprodukt keinen zu hohen Temperaturen aus, das beinhaltet auch sommerliche Sonnenbestrahlung, Studioscheinwerfer etc... Löffel oder Esstäbchen sollten nicht mit kochenen Speisen in Kontakt kommen.
Bei Minusgraden wird Horn zudem spröde und die Elastizität nimmt ab.
Trockenheit/Feuchtigkeit
Wenn Horn über einen längeren Zeitraum sehr trocken gelagert wird, wird es spröde. Darüberhinaus sollte es auch nicht längerer Zeit Feuchtigkeit ausgesetzt werden, sprich den Hornschmuck beim Schwimmen abnehmen, Hornbesteck nicht in der Abwasch liegen lassen oder gar in den Geschirrspüler geben.
Reinigung
Horn nicht mit Scheuermitteln reinigen oder mit lösemittelhaltigen Reinigern in Berührung bringen. Wenn ein feuchter Lappen nicht genügt, lassen sich die guten Stücke notfalls mit warmem Wasser und einer leichten Seifenlauge putzen.
Pflege
Horn gelegentlich mit einfachem Speiseöl oder Vaseline einreiben und nachpolieren. Kamelienöl, das auch als Holzpflegemittel verwendet wird, hat sich ebenfalls bestens bewährt.

Herkunft von Horn und Qualität

Qualität und Herkunft von Horn

Als Werkstoff wird Horn von beinahe allen hörnertragenden Tieren gewonnen, primär jedoch von kultivierten Haustieren wie beispielsweise Schafe, Ziegen, Watussirinder, Yaks, Wasserbüffel, Zebus und natürlich von unserem normalen Hausrind und dessen lokalen Varianten. Horn ist ein Nebenprodukt das bei der Schlachtung anfällt, das heißt die Tiere werden nicht wegen ihrer Hörner getötet. Die meisten Hörner werden danach zu Hornspänen (als biologischer Langzeitdünger) verarbeitet. Nur ein geringer Anteil und besonders schöne Hörner finden ihren Weg in die Schmuck- und Werkzeugproduktion.

Zwar tauchen im internationalen Handel immer wieder Hörner von wildlebenden, oft geschützten Tieren auf, aber wir achten ganz besonders darauf dass in unseren Produktionsstätten nur die Hörner domestizierter Tiere verarbeitet werden. Persönlich bin ich nicht nur ein Freund von Naturmaterialien, ich mag auch die Natur selber gern so wie sie ist.

Die Geweihe von Hirschen, Elchen, Rentieren und Rehen werden zwar ebenfalls unter der Bezeichnung Gehörn oder Hirschhorn gehandelt, allerdings handelt es sich dabei um einen anders zusammengesetzten Werkstoff aus Knochenmaterial (Kalziumphosphat), der wesentlich härter ist als die Hörner von denen hier die Rede ist und daher auch anders bearbeitet werden muss. Rinderhorn hingegen besteht aus Keratin, genau wie unsere Haare und Fingernägel.

Die Farbe des Horns hängt hauptsächlich von der Herkunft, der Haltung und logischerweise von der Spezies ab. Von schwarz, braun, gelb bis (fast) weiß - meliert oder transparent finden sich alle Schattierungen, wobei die Farbe keinen Rückschluss auf die Qualität des Horns gibt. Die Qualität hängt in erster Linie von den Lebensbedingungen der Tiere ab, sowie von Lagerung und Verarbeitung des Materials. Gesunde, artgerecht gehaltene Tiere liefern für gewöhnlich bessere Hörner als Stalltiere aus der Massentierhaltung (die aber normalerweise sowieso nach der Geburt schon enthornt werden). Aber das kennen wir ja auch vom Fleisch - je besser es dem Tier zu Lebzeiten ging, desto besser schmeckt es.

Hornverarbeitung

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