Indischgelb

Historisch war Indischgelb vor allem in der Mogulperiode zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert sehr beliebt. Der gelbe Farbstoff wurde als Lasurfarbe und für Ölmalereien, hauptsächlich aber zur Aquarellmalerei verwendet.

Nach Europa wurde der Farbstoff zwar exportiert, aber es finden sich kaum Aufzeichnungen über die Verwendung. Indischgelb erzeugt einen satten, warmen und rötlichen Gelbton, der sich auf unseren Monitoren nicht darstellen lässt. Tragen wir die Farbe dicker auf, wird das Ganze bräunlich.

Gewinnung

Um den gelben Farbstoff zu gewinnen, wurden Mangoblätter an Kühe verfüttert. Die Tiere wurden auch von der Wasserstelle ferngehalten, um die Zufuhr von Wasser zu reduzieren.

Der Harn der Kühe färbte sich daraufhin intensiv gelb, wurde eingekocht und der dadurch abgeschiedene Farbstoff zu Kugeln, sogenannten Piuri gepresst. Auf diese Art und Weise konnte man bis zu 50 Gramm indischgelben Farbstoff pro Tier und Tag gewinnen.

Indischgelb Piuri
Indischgelb Piuri (cc-by-sa) Shisha Tom

Indischgelb in unserer Zeit

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Farbstoff verboten und ist heute im Handel nicht mehr erhältlich, immerhin ist das Verfahren reine Tierquälerei.

In unserer Zeit erhältliches Indischgelb wird synthetisch hergestellt. Es handelt sich meistens um Azofarbstoffe und/oder Cobaltgelb. Als natürlichen Ersatz für den Farbstoff können wir Lutolin heranziehen, das in der Resedapflanze, im Färberginster und in der Petersilie vorhanden ist.
Luteolin ist in seiner kristallinen Form nur schwer wasserlöslich.

Indischgelb ist aufgrund der hohen Farbsättigung auf Computerbildschirmen nicht darstellbar. Einen annähernden Eindruck der Farbe bietet #F7B600:

Indischgelb #F7B600