
Jetzt war also die Idee, wenn Toastbrot immer mit der Butterseite nach unten landet, eine Katze indes stets auf ihren Füßen... Dass wenn ich meiner Katze nun ein Toastbrot mit Butter auf den Rücken binde und sie dann fallen lasse, zwei natürliche Gesetze gegeneinander arbeiten.
Theoretisch müsste sich die Toast-und-Katze-Vorrichtung einige Zentimeter über dem Boden in der Schwebe halten und anfangen, sich rasend schnell zu drehen. Wir müssten nur noch einen Dynamo anschließen et voila: Ein Perpetuum-Mobile.
Hier, das Marketingteam eines Energydrinks hat das auch schon herausgefunden:
Abgesehen von der Tatsache dass wir mit dem Drink in keinster Weise affilimatisiert sind und weder Geld noch Geschenke noch Gratisstrom bekommen und auch den Konsum von dem Gesöff nicht empfehlen - theoretisch sollte der Katzentoastgenerator trotzdem genau so funktionieren.
Theoretisch.
Aber so einfach ist das nicht, überzeugt mal eine Katze, bei so einem Blödsinn mitzumachen - keine Chance!
Warum aber landet der Toast jetzt wirklich mit der Butter nach unten?
Mit Naturgesetzen hat es zwar schon zu tun, aber ein Buttertoast-Gesetz gibt es leider nicht. Vielmehr liegt es daran, dass der Toast über den Tischrand geschoben wird und kippt. Dadurch erhält er ein Drehmoment.
Da unsere Esstische meistens irgendwo um 75 cm hoch sind, hat der Toast nach dem Kippen schlicht nicht besonders viel Zeit zum Rotieren. Unter typischen Bedingungen kommt er deshalb häufig ungefähr in jener ungünstigen Orientierung unten an, die unsere Butter anschließend dem Fußboden näherbringt.
Die offensichtliche Lösung wäre ein höherer Frühstückstisch.
Leider reicht dafür kein handelsüblicher Stehtisch. Eine neuere Modellrechnung kommt für einen toastähnlichen Körper auf ungefähr drei Meter Fallhöhe, bevor genügend zusätzliche Flugzeit für eine entsprechend weitere Drehung vorhanden ist.
Drei Meter hohe Frühstückstische haben sich am Markt bisher aus unerfindlichen Gründen nicht durchgesetzt.

Und natürlich hängt die Sache außerdem von Größe, Form, Reibung, Überhang und Bewegung des Toastbrots ab.
Wer zum Frühstück diese Riesentoasts verspachtelt, braucht einen noch höheren Tisch. Denn weil sie größer sind, drehen sie sich auch langsamer. Keine Ahnung, ich esse keine Riesentoasts, die passen nicht in den Toaster.
Aber schade, noch ein Hindernis für mein Perpetuum Mobile. Als ob messerscharfe, hyperemotionsgetriebene Katzenkrallen nicht schon genug wären.
Quellen und weiterführende Physik
- Robert A. J. Matthews: Tumbling Toast, Murphy's Law and the Fundamental Constants , European Journal of Physics 16 (1995), 172–176.
- M. E. Bacon, George Heald & Matt James: A Closer Look at Tumbling Toast , American Journal of Physics 69 (2001), 38–43.
- Falling Buttered Toast – Scientific American – eine anschauliche experimentelle Erklärung.