Farben im Webdesign

Im vierten Teil von Farben im Webdesign gehe ich noch auf einige Sonderfälle ein, dos und don´ts und so weiter.

Komplementärfarben im Webdesign

Genau wie im Print, sind Komplementärfarben, also die sich im Farbkreis gegenüberliegenden Farben, eher ungünstig wenn sie gemeinsam verwendet werden.

Das bezieht sich auf direkte Nachbarschaft der Farben, verwenden wir sie sparsam auf neutralem Hintergrund, kann es durchaus Spannung erzeugen.

Rot und Grün beispielsweise, Violett und Gelb, Blau und Orange. Das schreit einfach so sehr, daß das Lesen fast schon weh tut. Außerdem, alles was zu sehr rausschreit, wirkt billig.

Beispiel für Rot auf Grün, fesch, oder?

Und Gelb auf Violett, ihgitt...

Und Blau-Orange... mensch ist das billig...

Außerdem ist zu beachten, daß es Menschen gibt mit einer Rot-Grün Sehschwäche, die erkennen das Ganze nicht so wie wir es sehen. Auf Color Vision könnt ihr euch ansehen, wie Leute mit Farbsehschwächen die Kombinationen wahrnehmen: Color Vision

Kontraste

Niedriger Kontrast ist schön anzusehen, allerdings ist das Lesen der Texte anstrengend.

Hohe Kontraste begünstigen das schnelle Lesen, allerdings kann es vorkommen, daß die Augen rascher ermüden.

Fotos, Bilder und sonstige visuelle Inhalte

Soll unser Webdesign durch Fotos, Videos oder Flash-Inhalte brillieren, also nicht als Layout-Elemente sondern als Content der Website, empfiehlt es sich ein neutrales Design zu wählen. Weiß, Grau oder Schwarz. Denn die Aufmerksamkeit gilt in dem Fall ja dem Inhalt der Site, und nicht dem Layout.

Die Jahreszeiten

Ein interessanter Faktor wäre noch die Jahreszeit. Entweder wir verwenden alternative Stylesheets, oder wir passen uns an unsere Hauptjahreszeit an. Zumindest wenn wir das überhaupt wollen.

So mag der Mensch im Frühling gerne frische Farben, im Sommer kalte Farben, im Herbst wärmere und im Winter heimelige, ebenfalls warm. Natürlich können wir auch die positivsten Aspekte der Jahreszeit (also die Klischees) herauspicken und das Stylesheet dem entsprechend gestalten.

Freiheit der Designer

Wie immer und in allen Bereichen, die mit Farben zu tun haben, ist in letzter Instanz die Freiheit der Webdesigner gefragt. Die Intuition und das Selbstvertrauen. Wer wagt, gewinnt nicht unbedingt, aber zumindest ist es ein Unikat.

Insbesonders die Intuition und das Gefühl für Farbe ist wichtig. Seht euch mich an, ich habe jetzt an die vierhundert Artikel zu dem Thema geschrieben und mein Design ist trotzdem so nichtssagend wie eine Portion Blattspinat ohne Spiegelei.
Während Andere ihr Lebtag nichts von Goethe, Newton und Komplementärfarben gehört haben, dafür aber das geilste Stylesheet abliefern.

Tjo, so ist das Leben :D

Dazugehörige Artikel über Farben im Webdesign:

Tags: farbenlehre webdesign komplementärfarben simultankontrast augenkrebs