Rot in der Alchemie

Alchemie (aus dem Arabischen al-kīmiyā):
Einem philosophischen Pfade folgend, versuchte der Alchemist durch Transmutationen den Stein der Weisen zu entdecken.

Die Farbe Rot war in dem Zusammenhang sehr wichtig.

Alchemie als Pfad zur ErfüllungThe Alchemist by Joseph Wright, cropped | photo: Joseph Wright (pd)

Von den Alchemisten der mittelalterlichen Welt wissen wir im Allgemeinen, daß sie ständig auf der Suche nach dem Stein der Weisen waren. Dieser „Stein“ ist quasi ein Element, welches mindere Metalle (Blei etc.) in edles Gold verwandeln kann.

Von Paracelsus berichtet man, er habe den Teufel selbst überlistet und eingesperrt. Als er ihn wieder aus seinem Gefängnis befreite, erhielt er im Gegenzug zwei Phiolen mit goldener und silberner Flüssigkeit. Ein Tropfen des ersten Gebräus vermochte Blei in Gold zu verwandeln, ein Tropfen des zweiten Tranks heilte jede Krankheit.

The AlchemistThe Alchemist | photo: (pd) Carl Spitzweg

Rot – Die Farbe der Farben

Nicht jeder Alchemist hatte allerdings die Gelegenheit, so roh mit Lutzi umspringen zu können. Für gewöhnlich war die Herstellung eines Steins der Weisen an eine Reihe äusserst komplizierte Schritte gebunden. Ein wichtiger Punkt in der ganzen Sache war die Herstellung von Quecksilbersulfid, also Zinnober, aus Quecksilber und Sulfur (Schwefel).

Während nun Schwefel gelb ist und Quecksilber naturgemäß silbern, ist Zinnober rot. Und der Schritt, in dem sich das Material rot verfärbte, wurde Rötung (Rubedo) genannt. Zinnober wurde als eine der letzten Vorstufe zum Stein der Weisen (das Magnum Opus, das große Werk) selbst betrachtet.

Das Färben von Dingen mit roter Farbe war ein lebendiger Prozess, der erstens die dem Material innewohnende Kraft zutage brachte und zweitens die Kraft der roten Farbe auf das Material selbst übertragen sollte.

Das angestrebte Endprodukt wurde auch als roter Löwe bezeichnet, oder als großes, rotes Wasser.

Cinnabar on DolomiteCinnabar on Dolomite | photo: (cc-by-sa) JJ Harrison

Alchemie und Wissenschaft

Die Herstellung des Steins der Weisen war unterteilt in eine Vielzahl komplizierter, teilweise magischer Schritte. Der Stein der Weisen wurde anscheinend niemals entdeckt und diejenigen Alchemisten, die behaupteten, tatsächlich Blei in Gold verwandeln zu können, endeten zumeist entweder als reicher Betrüger auf der Flucht, oder durch das Beil des Henkers.

Doch die Suche nach dem roten Löwen, ob nun mit mystischer Absicht oder bodenständiger Forschungsarbeit als Alchemist, brachte viele Errungenschaften mit sich. Beispielsweise wurde Phosphor entdeckt und Schwarzpulver wiederentdeckt (die Araber und Chinesen waren uns wissenschaftlich zu jener Zeit weit voraus). Eine weitere Entdeckung auf der Suche nach dem Stein der Weisen in Europa war das Porzellan, das rasch seinen Siegeszug als Tafelservice antrat. Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, wurde Porzellan auch als „weißes Gold“ bezeichnet.

Rotes Feuer - In diesem Falle weniger mit Alchemie verknüpftRed Fire | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Die Suche nach dem Stein der Weisen

Die Alchemisten jener Zeit mystifizierten viele Schritte in einer Mischung aus Magie und Wissenschaft. Außerdem wurde nicht nur der Name „Alchemie“ aus dem im Mittelalter weiter fortgeschrittenen, arabischen Raum angenommen, sondern es fanden viele Alchemisten auch die orientalische Philosophie sehr reizvoll.

Da brauchen wir uns also nicht zu wundern, wenn nebst allerlei interessanten Nebenprodukten der Alchemie auch eine eigene Philosophie entstand, welche die Suche nach dem Stein der Weisen als Analogie auf den eigenen Lebensweg verstand, die schrittweise Annäherung an einen erleuchteten, perfekten Zustand.

-> Was die Wikipedia über Alchemie zu sagen hat.

Geister- und Farbenkunde in China

Geister- & Farbenkunde in China: Farbenlehre, Volksglaube und Spukhäuser sind ein integraler Bestandteil chinesischer Kultur.

Gourd and Red ClothGourd and Red Cloth | photo: Frank Fox (cc-by-sa)

Gestern haben wir uns über Farben unterhalten, eines meiner Lieblingsthemen. Die Ausbeute war allerdings eher unbefriedigend, auch wenn ich ein paar interessante Infos sammeln konnte. Hier sei natürlich angemerkt, dass China groß ist und kulturelle Angelegenheiten wie Farbmythen etc. in jedem Eck anders sein können.

Wind Wheels in a Park in ShenzhenWind Wheels in a Park in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Hier befinden wir uns aber in der Provinz Guangdong und meine Gesprächspartnerin ist ebenfalls Guangdongerin. Also, etliche Gschichtln von denen ich gehört habe, sind ausgesponnener Unsinn. Darunter sogar eine meiner Lieblingsgeschichten über McDoof, davon hat sie noch nie etwas gehört. Und tatsächlich, ich habe bereits Werbeplakate mit diesem scheusslichen Clown gesehen.

Kurz die Geschichte: Weiß ist die Farbe des Todes und ein weißes Gesicht symbolisiert einen Totengeist. Ronald McDonald ist daher beileibe nicht der lustige Geselle für den ihn seine Macher gerne verkaufen würden. Damit wurden die Startschwierigkeiten der Firma in Asien erklärt.

Der Grund, warum keiner zu McDoof geht, ist eher der Preis. Zwar etwas billiger als bei uns, aber für chinesische Verhältnisse trotzdem noch völlig überzogen.

Ronald McDonald and bored kid in ChinaRonald McDonald and bored kid in China | photo: (cc-by) Dave Fischoff

Das Märchen, es gäbe im Chinesischen keine Unterscheidung zwischen Grün und Blau – haben wir ja bereits vor anderthalb Jahren widerlegt.

Das kommt übrigens aus dem Vietnamesischen, wo sowohl grün als auch blau „xanh“ sind, trotzdem aber in xanh lá cây (grün) und xanh lơ (blau) unterteilt werden.

Japanese Bridge in ShenzhenJapanese Bridge in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Fakt ist allerdings, dass Rot mit Abstand die beliebteste Farbe in China ist. Denn es ist die stärkste und wohlwollendste aller Farben.

De Facto wird 红色 (hongse) auch gerne als Glücksfarbe übersetzt. Die besten Dinge in China sind rot, beispielsweise der 红包 hongbao, der rote Umschlag, in dem zu besonderen Anlässen kleine Geldgeschenke vergeben werden. Mehr zum 红包 gibts hier: Das Rote Couvert. Brautkleider sind traditionell rot, auch wenn viele Mädels mittlerweile in westlicher Tradition in Weiß heiraten wollen.

Das ist oft ein gewaltiger Generationenkonflikt, denn für die traditionsbewusste und stellenweise ziemlich abergläubische ältere Generation ist weisses Gewand was für die Toten und die Geister. Eine Hochzeit mit einem so schlechten Omen zu feiern ist ganzganz fürchterlich und geht garnicht.

Miao Performance at the Folk Culture Park in ShenzhenMiao Performance at the Folk Culture Park in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Der Glücksfaktor der Farbe Rot in China ist ja gar nicht so weit weg von der ursprünglichen Bedeutung von Rot bei uns. Rot schützt nämlich vor bösen Geistern, wie man in einem meiner alten Artikel nachlesen kann (oder könnte, nur wie gesagt, das Farbenspiel ist momentan vom Netz).

Und im Gegensatz zu Europa, wo man schon gewaltig in den alten Mythen und Traditionen herumwühlen muss, weiß um die Farbenkunde in China jedes Kind.

Es gibt nämlich vier Plätze in Shenzhen, wo es spukt. Und da eine moderne Stadtverwaltung keine herumstreundenden Geister dulden kann, wurden die Orte den Gespenstern gehörig versalzen. Beispielsweise gibts einen Ort, an dem es einen alten Friedhof gegeben haben soll, der nicht mehr so wirklich friedlich war. Daher wurde direkt darüber eine Schule hingebaut. Denn nur die Lebensenergie von Heranwachsenden ist stark genug, die ruhelosen Geister zu bezwingen.

Die roten, bzw. rosaroten vier Häuser im Zentrum des Bildes sollen ebenfalls von Geistern heimgesucht worden sein. Um den Bewohnern Ungemach zu ersparen, wurden sie schlicht rot gestrichen.

Wie auch immer, Rot ist also die Glücksfarbe. Trotzdem hab ich heute den Verkehr beobachtet und bis auf die Taxis nur ein einziges rotes Auto gesehen. Das Gros der Privatfahrzeuge findet sich auf der langweiligen Skala der unbunten Farben. (Ja, hier und da gibts schon rote Autos, aber sehr wenige in Shenzhen.)

Old Town of ChongqingOld Town of Chongqing | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Nächstes Jahr ist übrigens das Jahr des Pferdes (nach den chinesischen Tierkreiszeichen). Da mein Sternzeichen ebenfalls Pferd ist, ist das ein schlechtes Jahr für mich (sagt meine Gesprächspartnerin). Ich könne die negativen Vibes allerdings ganz einfach ablenken, indem ich das ganze Jahr über rote Unterwäsche trüge. Ähm… ok.

Weiß und Schwarz sind nach der chinesischen Farbenkunde die Farben des Todes, insbesonders wenn sie gemeinsam auftreten. Das ist auch der Grund, warum das neue Hotel Sheraton in Shenzhen bei einigen Leuten für Furore gesorgt hat. Ich mach euch demnächst ein Bild davon, dann seht ihr wieso.
Und hier ist es auch schon, schwarz, weiss und pompös:

The Sheraton in ShenzhenThe Sheraton in Shenzhen | photo: (cc-by-sa) Frank Fox

Schwarz allein ist übrigens böse.
Als einer, der ausschließlich schwarze Klamotten hat, bin ich… naja, das kennen wir ja eh von zhaus, gö?
黑社会, die schwarze Gesellschaft, das ist die hiesige Bezeichnung für Gangster und Mafiosi.

Ein Typ, der in eher aufdringlicher Art und Weise hinter den Frauen her ist (also auf der Skala von starren bis grapschen), hat eine Bezeichnung die sich in etwa mit „Bunter Wolf“ übersetzen lässt. Gibts im Deutschen überhaupt einen Namen dafür?

Ein paar Dinge sind noch bemerkenswert, obwohl ich das Meiste da schon vor Jahren abgedeckt habe. Gelb und Gold (Gold ist tatsächlich hier, ebenso wie Silber als Farbe anerkannt) also Gelb und Gold waren dazumals des Kaisers, und des Kaisers alleine. Silber und Grau stehen für Geld. Wenn einer ein „graues Einkommen“ hat, verdient er schön viel Zaster.
Die Farbe Silber ist übrigens yinse, 银色 und yinhang 银行 bedeutet Bank.

Grün ist genauso wie bei uns die Farbe der Fruchtbarkeit und des Lebens, allerdings sollte man niemals einem Mann einen grünen Hut schenken. (Ich meine, wer verschenkt schon einen grünen Hut, aber lustig allemal) Denn wenn eine Chinesin ihrem Mann „einen grünen Hut aufsetzt“ ist das dasselbe, wie wenn eine Österreicherin ihrem Mann Hörner aufsetzt. Nur halt ein paar tausend Kilometer weiter weg.

Die Aussage „Schau her, ich verpasse dir ein bisschen Farbe um die Augen!“ ist das Äquivalent zu unserem „(Oida!) I posch da ane! (Oida!), Kriagst a blaus Guck! (Oida!)“.

Und zuguterletzt gibts noch „gelbe“ DvDs, gelbe Zeitschriften und Bücher. Da Pornographie in China illegal ist, wirds mehr der weniger schwarzmarktmäßig unter der Hand angeboten, man solle  also vorsichtig sein, wenn einem irgendeine zwielichtige Gestalt irgendwas „gelbes“ anbieten will.

Rot in Geschichte und Mythologie

Rot in Geschichte und Mythologie:
Rot ist die älteste und prominenteste Farbe der Menschheit und für viele von uns hat sie den stärksten Charakter.

Rot in der Mythologie, Feuer ist da ein schönes Beispiel
Rot in der Mythologie: Feuer | photo: Frank Fox (cc-by-sa)

Mythos Farbe – Rot

Steinzeit

Die Geschichte der Farbe Rot beginnt, zumindest für uns nachvollziehbar, bereits in der Steinzeit.

Angeblich war Rot die erste Farbe, die der Mensch wahrnehmen konnte. Bei Jägern und Sammlern war es die bedeutendste Farbe.
Durch die lebenserhaltenden Eigenschaften, die der Farbe zugeschrieben wurden, wurde roter Ocker häufig als Grabbeigabe in steinzeitlichen Begräbnisriten verwendet.
Bis zu zehn Kilogramm, zu feinem Pulver zermahlenem Ocker wurden in solchen Grabstätten entdeckt.

Die Farbe Rot galt im Allgemeinen als die Farbe von Blut und Feuer.
Krieg, Zorn und Hass, das Blutvergießen ist rot, weshalb die Farbe auch den antiken Kriegsgöttern Ares und Phoebus zugeordnet wurden. Ebenso wie dem römischen Kriegsgott Mars. Diesen negativen Eigenschaften gegenüber stehen sehr angenehme Aspekte wie Liebe, Sexualität, Leidenschaft und Lust.

Im Altertum war die Farbe Rot im Gegensatz dazu dem weiblichen Prinzip, der Erde und Muttergottheit zugeordnet.
Die Macht, Leben zu erhalten, wurde dem roten Ocker zugeschrieben, der in Ritualen verwendet und aus der Erde gewonnen wurde. Roter Ocker symbolisierte in dem Zusammenhang oftmals Fruchtbarkeit.

Jungsteinzeit

Die frühesten Viehzüchter haben anscheinend ihre Tiere gerne mit rotem Ocker oder Eisenoxid bemalt, um deren Fruchtbarkeit zu steigern.
Höhlenmalereien in roter Farbe stellen oft magische Handlungen dar oder sind selbst als solche gedacht gewesen.
Kunst als schöpferischer Akt hatte schon immer etwas Magisches an sich.

Rot schützt vor bösen Geistern

Rot ist eine sehr starke und vor allem menschliche Farbe. Vom Altertum bis heute glauben manche Menschen, dass die Farbe Rot vor bösen Geistern und unliebsamen Einflüssen schützt.

Tiere, Bäume, Werkzeuge, Türen und Kleidungsstücke wurden daher mir roter Farbe bestrichen und verziert. Jäger und Krieger verliehen ihren Waffen durch rote Farbe mehr Durchschlagskraft. Die Waffen in das Blut erlegter Tiere zu tauchen, oder sich gar selbst damit einzuschmieren war ein Brauch, der im Altertum sehr wahrscheinlich praktiziert wurde.

Manche Völker schlachteten zur Feier einer Geburt ein besonders starkes Tier und badeten das Neugeborene in dessen rotem Blut, damit der mächtige Geist des Tieres auf das Kind übergehen und es ebenso stark machen sollte.

Germanen & Angelsachsen

Rot war auch bei den alten Germanen die Farbe der Zauberei. Die Vitkar, altgermanische und nordische Runenmagier, trugen Gewänder mit roten Verzierungen.

Das angelsächsische Wort für roten Ocker lautet teafor und ist offenbar mit dem altnordischen taufr verwandt, welches Zauber bedeutet. Der germanische Gott Donar bzw. Thor hatte rotes Haar und einen roten Bart. Blies Thor in seinen roten Bart, konnte er Blitze schleudern. Rote Tiere waren dem Donar geweiht, wie beispielsweise das Rotkehlchen, der Rotfuchs oder das heimische, rote Eichhörnchen. Auch die Augen und der Bart des Jagdgottes Wotan waren in feurigem Rot gehalten.

In der Sage von Siegfried dem Drachentöter wird berichtet, er habe seine (beinahe) Unverwundbarkeit durch ein Bad im heißen Blut des erlegten Drachen erlangt. Nur am Rücken, wo während des Bades ein Blatt klebte das er nicht entdecken konnte, blieb ein verwundbarer Fleck.

Ägypten

Im antiken Ägypten war die Farbe Rot dem Gott der Wüste und der Zerstörung zugeordnet, Seth. Der grüne Nilstreifen und sein Delta waren die Quelle von Ägyptens Leben und Reichtum, die rote Wüste verhieß allerdings nur den Tod.

Deshalb ist Rot in der altägyptischen Kultur ein Zeichen des Bösen. Schreiber hatten gar eine eigene, rote Tinte, für übel beleumdete Wörter und Zeichen. Magier baten in ihren Zaubersprüchen oft um Erlösung aus der Hand von bösen, roten Dingen.

Israel

Die Israeliten die in der Bibel auftauchen, bestrichen manchmal ihre Türstöcke mit Blut und roter Farbe, um böse Geister fernzuhalten, eine Praxis die wir auch in Ostasien und anderen Kulturkreisen wiederfinden.

Die Etymologie der Farbe Rot im Hebräischen zeigt den selben Wortstamm auf für Rot (adom), sowie für Blut (dam). Nach der biblischen Schöpfungsgeschichte wurde Adam aus roter Erde erschaffen.

Auch in der sumerischen Überlieferung entstand der erste Mensch aus Tonerde und dem Blut der Götter. In der mittelalterlichen Alchemie war die Rötung eines Stoffes ein Zeichen, dass man sich dem Stein der Weisen annäherte.

Asien

Der Phönix ist der Feuervogel, der sich am Ende seiner Lebensspanne selbst verbrennt und verjüngt aus der Asche emporsteigt. Er symbolisiert zumeist die Gewalt, aber auch Wiedergeburt und Erneuerung, sowie die reinigende Wirkung der Flammen.

Der in chinesischen Legenden beheimatete zinnoberrote Vogel ist ebenfalls mit dem Phönix verwandt und wird auch als Essenz oder Substanz der Flamme bezeichnet. Er bringt ein langes Leben und Glück.

In der Sinosphäre (China und kulturell chinesisch beeinflusste Gebiete Südostasiens wie Japan, Korea, Vietnam) ist Rot die Glücksfarbe. Primär deshalb, weil Monster (beispielsweise Totengeister oder das Neujahrsmonster Nian) panische Angst vor roten Dingen haben.

Russland

Im kalten Russland war die warme Farbe Rot als Farbe des Herdfeuers von jeher positiv besetzt. Seit der russischen Revolution wurde Rot zur Landesfarbe und findet sich im roten Platz oder der roten Armee wieder. Von dort hat Rot sich als politische Farbe des Sozialismus und Kommunismus etabliert.

Europäisches Mittelalter

Von der Römerzeit bis ins Mittelalter waren Rot und rotes Purpur die Farben der Macht, da satte, rote Farbstoffe teuer waren und dem einfachen Volk oft nicht erlaubt oder schlicht unerschwinglich.

Wo im Mittelalter Maria und diverse Engel noch rote Kleidung trugen oder sogar rote Haare hatten, wurde Rot ab etwa 1500 verteufelt (die Kardinäle trugen aber weiterhin rot).

Jedenfalls war die Beziehung der Farbe Rot zur Sexualität den Kirchenvätern offenbar ein Dorn im Auge. Die roten Flammen wurden mit dem Teufel assoziiert und Menschen mit rotem Haar oft als Dirnen, Hexen und Schwarzmagier denunziert. Vorurteile, die sich lange gehalten haben.

Der rote Klatschmohn wurde ebenfalls zur Teufelsblume erklärt.

Rotes Bettzeug wurde noch im Mittelalter verwendet, um vor Krankheiten zu schützen. Rot bemalte Amulette und Schmuck, der mit Rubin oder Granat verziert war, hatten vielfältige Schutzfunktionen vor Krankheiten oder dem bösen Blick.

Purpur und Kardinalsrot im Mittelalter

Mit dem Zerfall des römischen Reiches ist die Bedeutung und Verwendung von Purpur zurückgegangen. Ostrom verwendete den Farbstoff zwar noch weiter, aber für den Westen war die Purpurzeit vorbei.

Ob die Käppchen und Gewänder der Kardinäle nun tatsächlich mit echtem Purpur gefärbt waren ist heute unklar. Möglicherweise waren die Gewänder damals schon scharlachrot, also nicht mit Purpur gefärbt, sondern mit Cochenille, das aus Schildläusen gewonnen wird. Wir kennen Cochenille von Kosmetika wie Lippenstift und dem allseits (mehr oder weniger) beliebten Campari. Wie auch immer, Rot und Violett sind im Kreis der liturgischen Farben ein bedeutender Posten.

Dasselbe gilt auch für diverse Königsmäntel, die oft als purpurn bezeichnet werden.

Eine interessante (aber nicht notwendigerweise korrekte) Geschichte gibt’s noch zu Königsmänteln zu erzählen: Angeblich hat man gerne frisch gesalbte Könige in einen neuen Purpurmantel gehüllt. Sprich, solange der König noch grün hinter den Ohren war, war das auch sein Mantel. Wuchs er langsam in sein Amt und seine Verantwortung hinein, wurde der Mantel blau und schließlich tiefpurpur, wenn der König die ersten Amtsjahre überlebt hat. So einfach war das Überleben bei den damaligen Königen ja nicht, wie Hinz und Kunz sich das immer vorstellen.

Schwarz

Eleganz und Würde, die Farbe Schwarz ist Symbol des Todes und der Trauer, der Nacht, Einsamkeit und Leere. Sie gilt als geheimnisvoll, mystisch und undurchdringlich, melancholisch und mächtig. Die Farbe der fruchtbaren Erde, des Verstehens und des Okkulten.

Farbe Schwarz im Tierreich: Hier eine Krähe (die den Raben schwarz nennt)Krähe | photo: Mark Germani (cc-by-nc)

Ist Schwarz überhaupt eine Farbe?

Ähm, ja – diese Frage kann man sich tatsächlich stellen. Zwar scheiden sich hier die Ansichten, da Farbe ja erst durch Lichtreflexion & Absorption entsteht. Trotzdem verwenden wir Schwarz als Farbe. Als kleines Zugeständnis sortieren wir es allerdings bei den sogenannten unbunten Farben ein, gemeinsam mit Weiß und Grau.

Außerdem ist da ja noch die Definition von Farbe nach DIN:
„Diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge des Menschen strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtsfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann.“
Doch nicht so blöd, diese Definitionen.
Also JA, Schwarz ist eine Farbe.

Die Farbe von Tod und Trauer

In westlichen Ländern trägt man in der Trauerzeit Schwarz, da die Geister der Verstorbenen angeblich die Farbe nicht sehen können. Da sie ansonsten die Nähe ihrer Hinterbliebenen suchen, hilft man mit schwarzen Klamotten etwas nach.

Da Schwarz absolut undurchsichtig und mysteriös ist, hat es sich rasch als Farbe des Todes etabliert, da kann ja auch niemand so wirklich sagen was passiert.

Die Farbe der Individualität

Da fragen sich Einige (zurecht) wie die Farbe individuell sein kann, wenn jeder Zweite da draussen in Schwarz rumrennt. Ja ne, das Auge tut sich mit schwarzen Flächen etwas schwer, deshalb wandert es automatisch zu den unbedeckten Körperteilen, also meistens das Gesicht und die Hände. Demnach ist also nicht die Farbe selbst individuell, sondern sie unterstreicht die Individualität des Trägers.

Schwarz als Kontrastfarbe

Schwarz lässt sich mit allen anderen Farben kombinieren und erzeugt einen netten Kontrast. Durch den Simultankontrast erscheinen die kombinierten Farben noch stahlender. Und ähnlich wie schwarze Kleidung die Aufmerksamkeit auf den Träger lenkt, hebt ein schwarzer Hintergrund den bunten Text bzw. das Foto etc. hervor.

Auch andersrum schreiben wir beispielsweise schwarz auf weiß, damit der dadurch erzeugte Kontrast das Lesen erleichtert. Aber Vorsicht, zu starke Kontraste ermüden das Auge schneller.

Übersicht zur Farbe Schwarz

  • Schwarz ist eine unbunte Farbe
  • Schwarz ist die totale Abwesenheit von Licht
  • Afrika ist der schwarze Kontinent
  • Schwarz ist die Farbe der Trauer
  • Schwarz ist die Farbe des Illegalen (Schwarzbrenner, Schwarzmarkt, Schwarzfahrer etc…)
  • Schwarz ist edel und vornehm
  • Wer schwarz sieht, hat die Hoffnung verloren
  • Schwarz ist die Farbe des Todes
  • Schwarz-Weiß-Malerei nennt man einen Erzählstil, wo Gut und Böse klar voneinander unterscheidbar sind
  • Während ein Schwarzmaler ein Zeitgenosse ist, der seine pessimistische Weltsicht allen auf die Nase bindet
  • Schwarz ist in der Politik die Farbe der Konservativen
  • Die Pest ist der schwarze Tod
  • Das schwarze Schaf ist einzigartig in der Herde, ein Außenseiter
  • Schwarze Katzen und andere schwarze Tiere bringen Unglück (was ein ausgemachter Schwachsinn ist)
  • „Die Krähe nennt den Raben schwarz“ bedeutet soviel wie „Du bist auch nicht viel besser“
  • Öl und Kohle sind das schwarze Gold
  • Jemand ist ein Pechvogel, ein Unglücksrabe oder er hat einfach eine Pechsträhne
  • K (Key) im CMYK Farbraum steht für Schwarz

Schwarz als Farbe der Macht

Naja, die eigentliche Farbe der Macht ist ja Rot, bzw. Purpur. Warum, das steht auf der entsprechenden Seite.

Trotzdem ist Schwarz eine Farbe von unbestrittener Kraft und Autorität. Allerdings löst die Farbe bei einigen unserer Artgenossen ein unwohles, ängstliches Gefühl aus.
Immerhin ist es die Farbe des Todes, ein Memento Mori wenn man so will. Eine Tatsache, die sich viele Leute zunutze mach(t)en, sei es die Piratenflagge, Uniformen, Priestersoutanen oder der schwarze Anzug des Managers.

Valar Morghulis.

Tendenzen und Trends

Interessanterweise, das können wir täglich beobachten – ist Schwarz eher eine Farbe der Jugend. Ältere Leute sieht man fast nie in Schwarz, junge allerdings oft.
Möglicherweise ist es die Nähe des Todes, die den Leuten irgendwann doch zu schaffen macht, eventuell auch das geringere Verlangen, die Blicke auf das Gesicht zu lenken.
Allerdings mangelts mir hier noch etwas an Erfahrung, um ordentlich drüber schreiben zu können, deshalb vollende ich den Absatz in 40 Jahren oder so.

Die einzigen Zeitgenossen, die auch zu weißen Haaren noch schwarze Rollis tragen, sind Mathematiker. Vielleicht ist ja der Tod doch nur ein kleiner Term nach dem finalen Gleichheitszeichen.

Modefarbe Schwarz

Da sich die Farbe mit allen anderen problemlos kombinieren lässt und auch ansonsten nie verkehrt erscheint, ist Schwarz in der Mode recht beliebt. Wenn also JBO singen „Dann gemma halt zum Slayer“, können wir sagen „Dann tragma halt was Schwarzes. Wie sich das entwickelt hat, steht hier zu lesen: „Wie Schwarz in Mode kam“.

Rosa

Die Farbe Rosa ist weiblich, zart und empfindsam, charmant und romantisch, lieblich und zärtlich. Manchmal auch naiv, jung und weich.
Sagt man zumindest.
Pink hingegen ist aggressiv und wild, ungezähmt und aufmerksamkeitsfordernd.

Die Farbe Rosa manifestiert sich in China auch mal so.

Bedeutung und Symbolik von Rosa, Pink, Magenta

Üblicherweise wird Rosa zur Darstellung sanfter Weiblichkeit verwendet.
Es symbolisiert das blühende Leben und die Jugend, beziehungsweise junge Liebe.

Hot Pink indes verwendet man gerne als Signalfarbe und zur Gestaltung von aggressiverer, selbständiger Weiblichkeit.
Gerne wird Pink als extreme Kontrastfarbe zu Schwarz eingesetzt.
Je mehr Blau bzw. Cyan dem pinken Farbton hinzugefügt wird, desto näher kommt die Farbe an Lila, in dunkleren Varianten an Violett und Purpur heran, und wirkt dadurch kälter, härter.

Rosa, Pink oder Magenta?

Rosa ist ein stark aufgehelltes Rot, also eine Mischung von Rot und Weiß.

Magenta dafür ist eine Grundfarbe im CMYK Farbsystem, geben wir dem Magenta einen Schuss Gelb bei, erhalten wir sattes Pink.
Ein bisschen Blau dazu und wir bekommen ein schrilles, relativ kaltes Pink.
Grelle Farbtöne werden im Modejargon gern als Hot Pink oder Shocking Pink bezeichnet.

Rosa ist gesund

Angeblich stimuliert zartes Rosa den Herzmuskel und soll so gerade Männer vor einer Reihe von Zivilisationskrankheiten schützen.
Da wir uns aber kaum in rosaroten Räumen aufhalten (wollen), sollten wir also entweder Pink Panther schauen, oder uns ein paar Schweine halten.

Neulich habe ich ein paar Fotos von einem Gefängnis in den USA gesehen, welches komplett in Rosa gestrichen war.
So man dem Artikel Glauben schenken will gibt es dort weit weniger Gewalt als in anderen Gefängnissen.
Tatsächlich handelt es sich um ein Experiment welches in den späten 70ern durchgeführt wurde.
Der Farbton ging als Baker-Miller pink in die Farbgeschichte ein.

Übersicht zur Farbe Rosa

  • Rosa war nicht immer die klischeehafte Mädchenfarbe
  • Die Farbe Rosa ist stark aufgehelltes Rot
  • Pink ist die aggressivere Variante von Rosa
  • Rosa ist weiblich, frisch und jung
  • Pink ist unabhängig, schrill und laut
  • Pink wird oft als starke Kontrastfarbe zu Schwarz eingesetzt
  • Als Druckfarbe ist Pink beinahe reines Magenta, mit einem Schuss Gelb
  • In der Natur erleben wir Rosa als Blütenfarbe
  • Pink kann arrogant und versnobt wirken
  • Pink ist dominant, Rosa nicht
  • Etymologisch leitet sich Pink vom niederländischen „pinck“ ab, das bedeutet soviel wie „klein“ (Pinck Oogen, kleine Augen wurde eine rosafarbene Blume bezeichnet)

Etymologie von Pink

Im deutschen Sprachgebrauch wird Pink gerne als Synonym für Rosa verwendet.

Es gibt da allerdings einen Unterschied. Rosa ist sanft und lieblich, Pink indes recht hart und Schrill.
Etymologisch leitet sich Pink aus dem Niederländischen ab, wo es eine rosafarbene Nelkenart namens „Pinck Oogen“, übersetzt „kleine Augen“ gibt. Pinck ist im Niederländischen auch der Name des kleinen Fingers, der sich aus dem oder ins Englische übertragen hat (Pinky).

Rosa ist nur was für Mädchen?

Heute ist Rosa das pure Klischee einer reinen Mädchenfarbe, aber das war nicht immer so. Rosa galt als das „kleine Rot“, und da Rot die Königsfarbe war, wurden Prinzen zu bestimmten Anlässen in rosa Klamotten gesteckt.

Farbe und ihre Bedeutung

Wir leben in einer Welt des Lichts, dementsprechend bedeutend ist auch Farbe für uns.
Sie beeinflusst unsere Gedanken, unsere Gefühle, unseren Appetit und sogar das Temperaturempfinden.

Farbe ist überall wo auch Licht ist

Herbst im Buchenwald - die Farben der Blätter
Der Buchenwald färbt sich in den buntesten Herbstfarben.

Definition nach DIN

Natürlich verlangt alles, was irgendwo existiert, nach einer exakten Definition. Wäre ja ausgesprochen schrecklich, würden wir nicht jedes Dingens bis aufs Nanopicodingsda genau ausmessen können.
Andererseits, Definitionen helfen uns schon ganz erheblich bei der Kommunikation.

Nach der DIN Norm 5033, wird Farbe also wie folgt definiert:

‚Diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge des Menschen strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtsfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann.‘

Cool, was?

Klarerweise können wir nicht oft genug betonen, wie verschieden unsere individuelle Farbwahrnehmung ist.
Abgesehen davon wie ausgeprägt die eigenen Sehorgane sind, ist auch das Umfeld in dem wir aufgewachsen sind ausschlaggebend für die…
Prägung nenne ich es einfach.

Also die grundlegende Verknüpfung zwischen dem was wir tatsächlich vor uns haben, dem was unsere Sehnerven weiterleiten und dem was unser Gehirn daraus macht.
Sehen funktioniert ja alles im Gehirn wie wir wissen.

Farbe ist allerdings mehr eine deutsche Industrienorm.
Wie bereits in anderen Artikeln häufiger erwähnt wissen wir zwar sehr gut wie wir Farbe individuell wahrnehmen, aber nicht wie andere Menschen die selben Farbfelder wahrnehmen würden.
Schließlich können wir nicht mit fremden Augen (bzw. dem fremden Gehirn) sehen.
Dazu kommt eine Reihe von Sehschwächen, die ebenso ihre Auswirkung auf die wahrgenommenen Farbnouancen haben.

Pegasusbrunnen im Mirabellgarten mit grüner Patina
Der Pegasus am Pegasusbrunnen im salzburger Mirabellgarten hat schon eine grüne Patina – Kupferoxid

Und natürlich gibt es auch unterschiedliche Wortbedeutungen.

Wortbedeutungen von Farbe

  • Farbe ist erst mal ein Sinneseindruck, der mit Licht zusammenhängt, das auf unsere Netzhaut fällt.
  • Als Farbe werden aber auch Farbmittel bezeichnet, die einem Gegenstand eine Farbe verleihen sollen, also unsere Malfarben beispielsweise. Farbmittel ist nach DIN 55943 die Sammelbezeichnung für alle farbgebenden Stoffe.
  • Auch ein Anstrichmittel wird gemeinhin als Farbe bezeichnet, also das Zeug, das in Kübeln im Bauhaus zu haben ist z.B.
    Laut DIN 55945 wird ein Anstrichstoff definiert als ‚flüssig bis pastenförmiger Beschichtungsstoff, der vorwiegend durch Streichen oder Rollen aufgetragen wird‘.
  • Farbe auf dem Computer, also digitale Farbe – fällt zwar unter die Sinneswahnehmung, ist aber nicht durch Farbmittel zu erreichen.
  • Heraldische Farbe unterscheidet sich ebenfalls vom normalen Sinneseindruck, da hier sehr alte und traditionelle Regeln zum Einsatz kommen.
  • Als Farbe wird of auch das Couleur farbentragender Studentenverbindungen bezeichnet
  • Klangfarbe bezeichnet akustische Vorgänge.
  • Die Farbe einer Karte im Kartenspiel unterscheidet sich ebenfalls von der Sinneswahrnehmung, so sind es vier Farben, namentlich Herz, Pik, Kreuz und Karo (bzw. Herz, Eichel, Laub und Schelle). Das Sprichwort ‚Farbe bekennen‚ kommt aus diesem Kontext.
  • In der Graphentheorie wird ebenfalls das Wort Farbe verwendet, und zwar in Verbindung mit der jeweiligen natürlichen Zahl, die einem Knoten zugeordnet wird.
  • Auch in der Teilchenphysik spricht man davon, daß Quarks Farbladungen haben können.
    (Ich würde euch noch gerne von den Farbtönen und Geschmäckern meiner Quarks erzählen, aber bei uns nennt man das ja Topfen.)

Wir sehen schon, unser Thema kann so viel bedeuten daß eine einfache Definition nicht ausreicht.
Immerhin ist Farbe seit langer, langer Zeit ein ständiger und wichtiger Begleiter von uns Menschen und unserer Sprache.
Da läppern sich schon einige Bedeutungen zusammen.

Quellen und weiterführende Links

Krampus mit rotem Hintergrund - Psychologie von Farbe
Rot ist die bedeutendste Farbe in der Geschichte des Farbsehens, daher gibt es unzählige, sehr starte Assoziationen

Wie Farben wirken

  • Farben wirken auf uns, unsere Psyche, unsere Entscheidungen, unser Wohlbefinden
  • Wir beeinflussen Farben, indem wir sie mischen, damit malen, färben und experimentieren
  • Wir beeinflussen andere Menschen durch die Farbe unserer Klamotten, die Farbe unserer Häuser und Fahrzeuge, die Farbe unserer Haare, Fingernägel, Lippen etc…
  • Farbe beeinflusst unser Temperaturempfinden, unsere Stimmung, unseren Appetit

Dadurch dass der Farbeindruck in unseren Gehirnen ensteht, wirkt er natürlich auch auf unsere Psyche. Menschen verschiedener Kulturkreise mögen unterschiedliche Assoziationen mit bestimmten Farbtönen haben.

Rot beispielsweise gilt um deutschen Sprachraum als aufdringlich, gefährlich und frivol.
In Ostasien ist Rot die Farbe des Glücks – streitbar zwar, aber einer der wirksamsten Schilde gegen übelwollende Geister oder Unglück im weitesten Sinne.
Die meisten Menschen aus dem chinesischen Kulturraum (die Sinosphäre, über die werden wir im Laufe der Zeit noch mehr erfahren), verbinden positive Dinge mit Rot.
Primär da Rot der beherrschende Farbton des Neujahrsfestes ist.

Warum Farben?

Da Farben ein so wichtiger Bestandteil unseres Alltags sind, sind sie auch ein bedeutender Bestandteil unserer Website. Es ist eine wundersame Welt, in die wir damals schon auf Avanova eingetaucht sind.
Und ja. Die Farbenkategorie hier ist im Grunde das Erbe des versunkenen Avanova Farbenspiels.
Bittesehr.
Viel Spaß damit.

Deshalb steht hier – abgemalt und aufgeschrieben – etliches Wissenswertes über Farben. Also was wir damit anstellen können, was unsere Vorfahren mit Farben angestellt haben, und welche Systeme es gibt, damit wir auch miteinander über Farben sprechen können.

Rote Hagebutten als Beispiel für Farbe bei Früchten
Viele Früchte sind in der Farbe Rot gehalten

Farbfamilien

In unserer momentanen Situation ist es wichtig Farben zu klassifizieren. Oder sagen wir besser Farbfamilien. Bordeaux und Scharlachrot zum Bleistift sind verschiedene Farbtöne, gehören aber zur Farbfamilie Rot.

Eine andere Methode der Einteilung wäre die Unterscheidung zwischen additivem und subtraktivem Farbschema.

Additiv ist das Schema der Lichtfarben, Rot Grün und Blau, welche alle zusammen weisses Licht ergeben.

Das subtraktive Farbschema hingegen behandelt die Körperfarben wie sie in der Malerei oder im Druck Verwendung finden.
Moderne Druckmaschinen können aus den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz die meisten Farbtöne nachstellen wie sie in Fotos beispielsweise zu sehen sind.
Mischen wir hier alle Farben zusammen, enden wir mit Grau oder Schwarz.
Mehr zu den Farbschemata gibts in Folgeartikeln.

Nun aber zu den Farbfamilien, den prominentesten Farben, ihrer Bedeutung, Geschichte, Verwendung und Eigenschaften.

Rot

Rot ist die dynamische Farbe. Sie symbolisiert Leidenschaft, Liebe und Lust, aber auch Blut, Zorn und Krieg.

Blau

Blau symbolisiert das Fernweh, Träume, Wanderlust und Weite.

Grün

Grün symbolisiert die Jugend, das Neue und die Natur.

Gelb

Gelb symbolisiert die Sonne – hell, golden, strahlend und erfolgreich.

Orange

Orange steht stellvertretend für die Freude, die Lockerheit, Erleuchtung und die Leichtigkeit des Seins.

Rosa

Rosa ist die Farbe der jungen Liebe, gefühlvoll und zart. Je mehr Intensität der Farbton hat, desto… mehr Intensität haben die Gefühle.

Braun

Braun ist die Farbe der Bodenständigkeit. Einfach, unkompliziert und zuverlässig.

Violett

Violett symbolisiert Kreativität, Extravaganz und Ganzheitlichkeit – mit einem mystischen Flair.

Schwarz

Schwarz ist die Farbe des Unbekannten, des Versteckten, des Todes und der Trauer – aber auch der Macht, da Schwarz solide ist und unverrückbar.

Weiß

Weiß symbolisiert die Unschuld, Reinheit und Unberührtheit.

Grau

Grau ist die Farbe der Zuverlässigkeit, ausdruckslos und langweilig. Allerdings auch die verborgene Kraft hinter den Kulissen, lenkend und steuernd – die Graue Eminenz.

Rosa Flamingos
Flamingos erhalten ihre Farbe aus der Nahrung die sie fressen – Krebse und Shrimps beispielsweise.

Die Vagheit der Sprache

Denn wo unsere Vorstellungskraft sehr exakt ist, ist die Sprache doch sehr vage. Beispielsweise denken wir einmal an die Farbe Rot.
Ich bin sicher, du denkst an einen völlig anderen Farbton als ich.

Individuelle Assoziation

Deshalb sind die Empfindungen, die wir mit verschiedenen Farbtönen assoziieren auch so verschieden, sie hängen mit von unserer Stimmung ab, dem Kulturkreis in dem wir aufgewachsen sind, wie unser Gehirn Farben interpretiert, dem farblichen Kontext und so weiter.
Demnach sind unsere Artikel hier auch kein striktes Dogma, sondern nur eine Art statistischer Krams, welche lockeren Regeln im Allgemeinen für den Einsatz von Farben gelten, und warum das so ist.

Gerade bei Farben scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Einem gefällts, dem anderen steigen die Grausbirnen auf.
Das ganze Geschwafel, das ich hier und auf den folgenden Seiten von mir gebe, sollte zum Überlegen anregen und mehr oder weniger nützliche Hintergrundinformationen liefern.
Keinesfalls erhebe ich hier irgendwelchen Anspruch auf Vollständigkeit, hundertprozentige Richtigkeit etc.

Farben sind eine Sache des persönlichen Gefühls.
Und wenn ich hundertmal sage, ein Schlafzimmer sollte in kühlen Farben gestrichen sein, wenn Dir, lieber Leser ein sattes Ockergelb angenehmer und harmonischer für den geruhsamen Nachtschlaf erscheint, dann ab und Ocker an die Wand!
Bei Gefühlen gibt es nämlich keine Dogmen und Vorschriften, die sind immer individuell.

Wie auch immer, tauchen wir ein in die Welt der Farben (als ob wir nicht schon längst drin leben würden).

Gruß, Fox.