Das Bio-Plastiksackerl
Ui, der letzte Schrei. Das Bio-Plastiksackerl.
Das Plastiksackerl ist ja schon seit etlichen Jahren in der Diskussion, weil es nicht umweltverträglich hergestellt und entsorgt werden kann. Dazumals hat sich der Trend den Stoffsackerln und dem Papiersackerl als umweltfreundliche Alternative zugewandt.
Trotzdem, irgendwie sind es nur wenige Leute, die so weit mitdenken. Die meisten greifen immer noch zum Plastiksackerl, und anscheinend verbraucht jeder im Schnitt 500 Plastiksackerln pro Jahr. Das ist krank.
Noch kranker ist, wofür die Sackerln verwendet werden. Nämlich nicht nur für große Einkäufe, die man ohne Behälter nicht transportieren kann, sondern auch für so Zeug wie drei Dosen Bier oder einen Liter Milch. Schande.
Aber jetzt gibts ja das Bio-Plastiksackerl. Das besteht zur Hälfte aus Mais. Und zur anderen Hälfte weiß ich nicht. Jedenfalls ist es kompostierbar. Steht drauf.
Das Blöde ist, so einfach geht das nicht, unser Gewissen zu klären und trotzdem eine faule Sau zu bleiben. Denn der Mais braucht Landfläche und viel Dünger, der wiederum den Boden und die Gewässer belastet. Und eines dieser kompostierbaren Sackerln auf den Komposthaufen zu werfen wartet auch mit einer wunderbaren Überraschung auf. Es braucht nämlich doppelt so lange wie herkömmlicher Bioabfall, um zu verrotten. Falls es bei der kalten Verrottung wie bei unserem Komposthaufen überhaupt funktioniert.
Aber auch in industriellen Kompostieranlagen braucht das sogenannte Bio-Sackerl doppelt so lange, bis Kompost draus wird, und diesen Zeitumfang kann sich nur wegen der paar Biosackerln keiner leisten. Deshalb werden sie wie alle anderen Plastiksackerln aus dem Biomüll aussortiert und verbrannt.
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Ok, also wieder mal ist ein sogenanntes Bio-Produkt nur Fake und Schönrederei.
Aber was tun jetzt? Platiksackerl ist Mist, Bio-Plastiksackerl auch.
Es gibt drei Alternativen.
Erstens, nimm deine eigene Stofftasche mit. Es gibt auch Kunststofftaschen, die sich ganz klein zusammenfalten lassen und in jedes Handschuhfach/Handtasche reinpassen. Ich hatte mal so eine lustige Erdbeere aus Stoff, die in der Hand Platz gehabt hat. Einmal aufgefaltet wurde ein Hello-Kitty-Sackerl draus. Habs einem Mädel geschenkt, die hatte ihre helle Freude dran.
Zweitens, das Papiersackerl. Das lässt sich wirklich kompostieren. Wichtig hier ist, die Dinger sind der Länge nach nicht so reißfest, also muss man ihre Statik nutzen. Sack auf eine Unterlage stellen, das Zeug einfüllen und am Griff nehmen. Wer irgendwie in der Luft herumfuchtelt, braucht sich net wundern wenn das Ding reißt. Außerdem sollte es nicht nass werden.
Drittens, wenns regnet und kein eigenes Sackerl vorhanden ist, gibts noch Recycling-Plaiksackerln. Die sind zwar nicht abbaubar, kommen aber aus dem Verwertungskreislauf.
Ich für meinen Teil hab immer einen Rucksack mit. Alleine schon deshalb weil ich so viel Krempel herumschleppen muss, der in den Hosentaschen keinen Platz hat.
