Pando der zitternde Gigant

In Utah in den USA lebt ein Baum, eine Zitterpappel (Espe). Und sein Name ist Pando, das ist Latein und heisst “Ich breite mich aus”. Der normale Betrachter würde nicht annehmen, daß es sich bei Pando eigentlich nur um einen Baum handelt. Er sieht aus wie ein Wald, ein Espenhain, der zittert wie Espenlaub. Trotzdem ist Pando ein einzelner Organismus, eine sogenannte Klonkolonie oder Genet, bestehend aus 47.000 Stämmen, die ein Gebiet von 43 Hektar einnehmen. Das unterirdische Wurzelsystem von Pando wird auf eine Masse von über 6000 Tonnen geschätzt.

Entstanden ist Pando vor geschätzten 80.000 Jahren, was ihn nicht nur zu einem der schwersten, sondern auch zu einem der ältesten Lebewesen macht. Ideale Bedingungen haben es dem Baum ermöglicht, sich mit seinen Schößlingen so weit auszubreiten. Waldbrände haben ihm selbst weniger geschadet, als seinen Rivalen, den Koniferen. Klimaänderungen haben anscheinend die Schößlingbildung gefördert, während rivalisierende, jüngere Espen das nicht mitgemacht haben.

Auch wenn die Methode der Datierung nach neuern Erkenntnissen nicht so recht funktioniert (warum weiß ich net, bin ja kein Botaniker oder Arbologe oder sowas, aber wer mag, kann sich den Pando-Artikel in der Wikipedia durchlesen: Pando.), die einzelnen Stämme der Kolonie kommen auf ein Durchschnittsalter von 130 Jahren.

Momentan wird ja unter den Fachleuten herumdiskutiert, denn anscheinend gibts noch viel größere Espen-Klonkolonien, die bis zu 80 Hektar einnehmen und über eine Million Jahre alt sein sollen. Andere meinen, wenn Teile von Pandos Wurzelwerk abgestorben sind, oder sich vom Hauptsystem abgespalten haben, dann würde es sich ja nicht mehr um ein einzelnes Individuum sondern um verschiedene handeln. Naja, wer untersucht das schon, dafür fehlen die Mittel.

Fest steht nur, daß Klonkolonien wie Pando eine der großen Kuriositäten der Natur sind.

Ort: Pando lebt in Süd-Zentral Utah (USA) in der Nähe von Fish Lake im Fishlake National Forest, der auf dem Fishlake Plateau am Westende des Coloradoplateaus liegt. Nur für den Fall, daß einige von euch Pando einen Besuch abstatten wollen.