Netizen

Den Beitrag habe ich seinerzeit geschrieben, als das Gras noch grün war und Avanova noch… anders. Trotzdem, Netspk gibt’s ja immer noch, also.

Netizen ist ein typischer Internetausdruck. Und zwar leitet Netizen sich vom englischen Wort Citizen ab, was soviel heißt wie Bürger. Während in Citizen also jetzt das Wort City (Stadt) drinsteckt, steckt in Netizen das Internet drin.

Also ist der Netizen sowas wie ein Einheimischer des Internets. Für Angela Merkel ist das ja immer noch Neuland, aber für die gnä’ Frau ist ja offensichtlich eh etliches Neuland, auch wenn sie schon so lange mit dabei ist.

Und genau wie die Citizens genau wissen, wie sie zum nächsten Baumarkt kommen um sich einen neuen… ähm… Zementsack zu kaufen, weiß der Netizen wie er fix zum nächsten Onlineshop für Computerersatzteile kommt. Die App dafür hat er ja schon installiert. (Wusstet ihr eigentlich dass sich App auf Depp reimt?)

Smartphone Zombies
Smartphone Zombies

Und während der Citizen in Windeseile herausfindet wo die Goldgasse ist, indem er einen Taxifahrer fragt, findet der Netizen (meistens noch schneller) heraus wo die Goldgasse ist, weil er einfach in den Maps vom Gockel nachsieht. Ob er jetzt allerdings auch in die Goldgasse in das Restaurant geht, oder doch lieber online was bestellt… lassen wir mal dahingestellt sein.

Und während der Citizen zwar weiß, wer gerade Bürgermeister ist, hat er keine Ahnung wer der Gründer von Google ist.
Beim Netizen ist das genau umgekehrt. Bringt uns zwar auch nichts, aber ich glaube ihr wisst jetzt was ein Netizen ist.

Was mit Netizens passiert wenn man das Internet abdreht, lässt sich in diesem postapokalyptischen Dokumentarfilm sehr gut beobachten:

Nicht zu verwechseln bitte mit den auch seit ein paar Jahren in aller Munde verweilenden “Digital Natives”. Digital Natives sind Leute, die ins Onlinezeitalter hineingeboren sind und für die Instagram sowas ist wie die Terrasse für uns Uralthominiden.

Es ist einfach da und man verwendet es. Die meisten sind also permanent online und checken hier und dort ein mit dem Handy, posten jeden Humbug auf Facebook und sind permanent erreichbar. Umgangssprachliche nennen wir sowas ja Smartphonezombie.

Smartphone
Smartphone

Und da dachte ich immer ich wäre damals die Apocagency gewesen, doch tatsächlich geht die Zombie-Apokalypse auf das Konto von Obstlt Stefan und Konsorten.

Ich glaube die Originalversion dieses Artikels habe ich 2013 oder sowas geschrieben. Jetzt (2019) sind einige dieser möchtegernzukunftsweisenden Trends auch schon wieder altes Eisen. Ich meine ehrlich – wer checkt heute noch irgendwo ein?
Ausser beim Fliegen versteht sich.