Kalte Farben

Kalte Farben

Farben mit Anteilen von Blau werden also meistens als kalte Farben empfunden, zumindest kälter als ihre nächstgelegenen Nouancen ohne diese Tönung.

Durch den sogenannten Simultankontrast, bei dem es um den Kontrast zwischen benachbarten Farbflächen geht, erscheinen uns die Farben oft kälter oder auch wärmer als sie tatsächlich sind. Beispielsweise würden wir Lila in Nachbarschaft von Rot als kalte Farbe empfinden, während dasselbe Lila neben einem blauen Farbfeld deutlich wärmer ausssieht.

Farbtemperatur im Simultankontrast
Farbtemperatur im Simultankontrast

Kalt?

Wasser ist zumeist kälter als die Umgebung, zumindest tagsüber wenn die Sonne das Land schneller erhitzt als das Wasser. Und größere Mengen Wasser ist auch meistens blau, das liegt an der Wechselwirkung der Wassermoleküle mit dem einfallenden Licht. Rote Lichtanteile werden absorbiert, blaue gestreut.

Dazu kommt, je kälter das Wasser, desto weniger Bakterien leben darin, desto weniger Verunreinigungen, desto blauer erscheint es uns.
Darüberhinaus weisen die Schatten von Schnee und Eis meist einen Blaustich auf.
Vielleicht sind das die Faktoren, die unsere Gehirne dazu gebracht haben, Blau und alles was damit zusammenhängt als kalte Farbe wahrzunehmen.

Wolken am blauen Himmel
Wolken am blauen Himmel

Verwendung kalter Farben im Alltag

Im Wohnraum verwenden wir kalte Farben meist für südlich oder westlich ausgerichtete Räume, da das Sonnenlicht das um diese Tageszeit hereinscheint sowieso wärmer ist als die Morgensonne und sich die Farbtemperatur so etwas ausgleicht.

In warmen Gefilden finden Blautöne in der Innenraumgestaltung weitaus mehr Anklang als bei uns, denn sie gleichen bis zu einem gewissen Grad die gefühlte Hitze etwas aus.

Durch die Verbindung von kalten und hellen Farben, lassen sich Räume optisch erweitern. Außerdem beruhigen sie Körper und Geist, sie schaffen Ausgleich. Daher werden Schlafzimmer und Ruheräume gerne in zarten, kühlen Farbtönen gehalten.

Sind wir allerdings von Haus aus eher lethargisch, sollten wir darauf verzichten und lieber zu warmen Nouancen greifen.

Coracles | Kalte Farben
Coracles in Mui Ne sind oft in Türkis gehalten

Arbeitsräume

Arbeitsräume… Das ist ein interessantes Thema. Zwar beruhigen kalte Farben den Geist (wo sie ihn zugleich beleben und erfrischen) und fördern die Kreativität, allerdings verbinden wir mit “Arbeitsraum” heutzutage meistens einen Computerarbeitsplatz, an dem wir den lieben langen Tag nur herumsitzen. Ohne Kaffee wäre unser Kreislauf unter diesen unnatürlichen Bedingungen wahrscheinlich ganz am Boden… und uns wird viel schneller kalt als bei Tätigkeiten, wo wir uns bewegen müssen.

Ist jetzt die Umgebung auch farblich noch abgekühlt, könnte der Job uns bald frösteln lassen. Natürlich ist das eine Frage der persönlichen Vorlieben, ich mag Ocker/Orange in diesem Zusammenhang lieber.

Schwimmbecken

Schwimmbäder trachten oft danach, das Wasser (das naturgemäß eigentlich durchsichtig ist), schön blau erscheinen zu lassen. Ist die Farbe des Schwimmbeckens allerdings zu kalt, würde unser Gehirn das Ganze als zu kalt interpretieren und es wäre nicht mehr angenehm (außer in der Sommerhitze natürlich).

Deshalb wird dem Blau ein warmes Grüngelb beigemischt et voilá – das Schwimmbecken wird türkis, eine der wärmsten kalten Farben.

Pool im Novela Resort Mui Ne
Pool im Novela Resort Mui Ne

Assoziationen

Kalte Farben wirken erfrischend auf Geist und Körper, dazu schaffen sie noch eine sachliche Distanz. Deshalb werden kalte Farben oft mit Wissenschaft, Leistungssport und Technik in Verbindung gebracht.

Anmerkung

Die hier beschriebenen Effekte beziehen sich auf die empfundene Farbtemperatur. Es gibt allerdings noch die physikalische Farbtemperatur, die mit der Abstrahlungsfarbe des Lichts eines neutralschwarzen Körpers bei unterschiedlichen Temperaturen gemessen wird.

Beispiele für kalte Farben

Ihr merkt schon, die hier vorgestellten Nouancen sind allesamt mehr oder weniger blau.

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