Wer Rechtschreibfehler findet...
...darf sie behalten. Warum? Jede halbwegs witzige Website hat Freebies abzugeben, hier sinds halt Rechtschreib- und Tippfehler.
Früher mal war mein Deutsch unfehlbar. Ne, ihr habt richtig gelesen. Unfehlbar. Wie Gott. Oder Lutzi. Eher wie Lutzi.
Allerdings war damals alles anders. Naja, alles vielleicht nicht, aber einige grundsätzliche Dinge:
1.) Die Rechtschreibung war anders. Sie war einerseits logischer, weil die S Regeln fix und fest im Hirn verankert waren. Schreibe ich Weiß jetzt mit ß ode ss? Gibts Unterschiede zwischen der Farbe Weiß und dem weiß wie weiß nicht? Ich habe das Ganze gelernt, und zwar intuitiv, schon als Kind, aus Büchern. Dann war da noch die Schule. Und dann kam die Reform, wo irgendwelche Phabeten plötzlich bestimmt haben, daß es Worte gibt, welche 3x den selben Konsonanten in Folge beinhalten dürfen. Meinen weiteren Kommentar hierzu zensiere ich gleich selber.
2.) Die Auffrischung war anders. Damals war alles besser. Auch die Bücher, denn egal welches Buch ich gelesen habe, überall war die Rechtschreibung gleich. Heute ist jedes Buch verschieden, weil sie erstens aus verschiedenen Zeitepochen kommen, zweitens jeder zweite Lektor selber keinen Plan hat und tut was er will. Außerdem gabs keine automatische Rechtschreibprüfung, die jedes zweite Wort rot unterwellt wenn man einen Fachtext schreiben muss.
3.) Ich war anders. Die wenigen Rechtschreibfehler, die sich eingeschlichen haben, konnten rasch nachgeschlagen und verbessert werden. Dies führte zur lutziferischen Unfehlbarkeit. Ne, das tz ist Absicht. Darüberhinaus schrieb man ganz anders. Die Worte flossen auf das Papier und waren einem stets vor Augen. Heute schreib ich auf der Tastatur, klicke auf meinen Button und das Ding wird von 6 Milliarden Menschen gelesen. Naja, fast. Vielleicht auch nicht ganz so viele.
Außerdem habe ich damals nicht bis 3 Uhr Morgens Kramsdackeldingens geschrieben.
Fazit, ich schreibe meine Texte hier wie in einem Fluß (seht ihr, Fluß ist doch eigentlich regeltechnisch richtig, trotzdem schreibt man Fluss. War das schon immer so? Das Gefühl sagt nö, trotzdem schreibt Weiß sich mit ß, und Fluss mit ss. Mag sein, der Vokal ist kürzer, aber trotzdem, es wäre das Ende des Wortes. Früher gabs hier keine Zweifel, heute bin ich nur noch verwirrt.)
Dazu kommt, jeder Mensch über 30 sollte zumindest einen Text zum Thema "Früher war alles besser" verfassen. Das ist Tradition. Seit M.T.Cicero.
Wie auch immer, wie in einem Fluss (dammit), und es stellen sich laufend Fragen, ob das denn jetzt richtig ist oder nicht und wieso dies und warum jenes. Irgendwann ist dem Hirn das wurscht, und es schaltet einen Filter vor, der alles ignoriert.
Hiermit weigere ich mich kategorisch, irgendwelche Regeln anzuwenden.
Und damit das legitim wird und sich von der Aussage eines rebellischen Sturschädels abhebt, nenne ich es Kunst.
Warte mal, da brauchts noch einen künstlerischen Namen. Intuitives Schreiben klingt sehr unmusig, ne. Avantgardistisch... avatgardistisches... neues, die neue Avantgarde... HA, jetz habichs:
La Avantgarde nouveille - kürzen wir noch zusammen, damits in die URL passt, genau:
Avanova
Cool was, jetzt bin ich absolut unantastbar, kann machen was ich will und bin wieder ein unfehlbarer Tippser.
Wie Lutzi.
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