Farbstoffgruppen

Farbstoffe

In der Färberei wird grundsätzlich zwischen 3 Farbstoffgruppen unterschieden. Das sind Direktfarbsoffe, Beizenfarbstoffe und Küpenfarbstoffe.

Direktfarbstoffe

Die Bezeichnung Direktfarbstoffe ist eigentlich selbsterklärend. Die Farbstoffe dieser Gruppe ziehen direkt ins Gewebe ein und verbinden sich mit der Faser.
Dazu müssen wir einfach nur das Gewebe in die Farblösung eintauchen, ziehen lassen und fertig.

Als natürliche, pflanzliche Farbstoffe für Direktfärbung gelten beispielsweise die Gelbwurzel (Kurkuma, oft in Currymischungen enthalten), Safran oder die Walnuss. Die ersten beiden färben gelb, die äußeren (grünen) Schalen der frischen Walnüsse braun. Wer seine Kleidung mit dem Zeug anpatzt bekommt als Souvenir besonders zähe Flecken.

Beizenfarbstoffe

Für die Färbung mit Beizenfarbstoffen muss das Gewebe erst mal vorgebeizt werden. Dazu wird beispielsweise die saubere Wolle in eine Beize aus Alaun, Kupfervitriol oder Weinstein eingelegt. Dadurch verbindet sich die Faser mit den Metallsalzen, die wiederum als "Andockstationen" für den Farbstoff fungieren.

Sehr viele Pflanzenfarbstoffe benötigen eine Beize. Die prominentesten sind Krapp (Färberröte) und Reseda (Färberwau).

Küpenfarbstoffe

Bei Küpenfarbstoffen sieht die Sache generell anders aus. Der Farbstoff ist nicht direkt in den Pflanzen/Tieren drin, sondern als unlösliche Vorstufe des eigentlichen Farbstoffes. Erst mal muss das Zeug in die lösliche, sogenannte Leucobase umgewandelt werden, wofür es verschiedene Methoden gibt.
Das Färbegut wird dann in der Leucobase eingelegt, wobei der Farbstoff keine direkte Verbindung mit der Faser eingeht, sondern als Pigment physikalisch an der Faser anhaftet.

Das Färbegut wird dann Licht und Sauerstoff ausgesetzt und die Farbe entsteht somit durch Oxidation.

Die anhaftenden Pigmente können somit auch durch körperliche Einwirkung wieder abgerieben werden, als Beispiel dienen die sogenannten "stonewashed Jeans".

Prominente Küpenfarbstoffe sind Indigo, Waid und Purpur.

Blau machen

Das Sprichwort "blau machen" kommt aus der Indigofärberei, wo das gefärbte Zeugs am Ende in Licht und Luft oxidieren musste. Während dieser Zeit hatten die Färber nichts zu tun.

Quellen und weiterführende Links

Pflanzenfarben @ dyeplants.de
Färben mit Beizenfarbstoffen @ seilnacht.com
wiki Küpenfärberei

Tags: farbstoffgruppen direktfarbstoffe beizenfarbstoffe küpenfarbstoffe farbstoffe beize küpe