Der Affe und das Handy

Eine Betrachtung der menschlichen Evolution.

Ich kann mich noch erinnern, an damals, als ich ein Affe war. Ein Südaffe um genau zu sein. Wir haben mit Stöcken und Steinen den Löwen und Hyänen die Beute abgejagt. Irgendwie wurde der Wald weniger, wir mussten raus ins Steppenland.

Blöderweise gab es noch keine Rasenmäher, also mussten wir uns aufrichten, um das Gras überschauen zu können (Das Gras ist hoch, kaum zu überblicken. Das ist die richtige Zeit zum... Mähen natürlich, was denkt ihr?).
Das mit dem aufrecht gehen hatte sowohl Vor- als auch Nachteile, aber irgendwie wurden aus uns breitschultrigen Baumhanglern eine Spezies von ausdauernden Watschlern. Wir wurden schlanker, und damit das Laufen einfacher war, hat sich der Ansatz der Oberschenkelknochen nach innen verschoben. Aus den Watschlern wurden Läufer.

Dann hatten wir wohl Hunger oder sowas, auf jeden Fall mussten wir immer weiter laufen, um Beute zu finden. Da hielten nicht alle mit, also haben die einen ein festes Lager aufgeschlagen, während die anderen jagten und sammelten. Und jetzt kommt der erste echte Knackpunkt:

Die Jäger und Sammler mussten sich besser orientieren können, die Zuhausebleiber mussten ihre Sozialfähigkeiten verbessern... Und Plopp, ist unser Hirn gewachsen, und der Kopf gleich mit. Das Problem dabei ist jetzt natürlich die Tatsache, daß wir Läufer wurden, mit schmäleren Becken und so. Und jetzt wirds mathematisch, ich will das mit dieser Gleichung darstellen:

Schmales Becken + großer Kopf  = schwere Geburt

Richtig? Also mussten die Kinder früher in die grausame Welt geschubst werden als gewöhnlich, und man musste sich länger um sie kümmern als noch zu unserer Watschlerzeit. Das Resultat war noch stärkere Arbeitsteilung, noch längere Jagd- und Sammelausflüge, und noch mehr Anforderungen an das Sozialleben. Wir haben sprechen gelernt, und Plopp - wieder wuchs das Hirn.

Nach diversen Krisen mit Mammuts und Säbelzahnbären, haben wir beschlossen, nicht rauszugehen und die Beute zu jagen, sondern einen Zaun zu basteln und die leckeren Viechers daheim zu züchten. Da haben die Sammler gesagt, machen wir auch, wir gehen nicht herum und sammeln draussen, wir machen einfach Rillen in den Boden rund ums Haus und streuen Samen rein. Das war, als wir sesshaft wurden.

Irgendwer hat dann Glasfaserkabeln erfunden und Breitbandanschlüsse, damit ich hier komische Sachen schreiben kann.
Das geile daran ist, meines Wissens ist unser Hirn heute nicht viel anders als damals zur letzten Eiszeit. Nur nutzten wir damals Muscheln um Leder zu gerben, während wir heute Computer, Mobiltelefone und Wasserstoffbomben haben.
Sind wir da überhaupt reif dafür?

Keine Ahnung, is ja wurscht.

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