Wenn die Hose aber nun ein Loch hat?

Ich bin ja so froh, daß ich dieses Blog als gemischte Unsinnskategorie eingerichtet habe, denn wo sollte ich das hier hinschreiben? Passt ja nirgendwo so wirklich dazu.

Wie auch immer, ich gehöre ja zu jener Spezies Mann, die die wenigen Stunden im Jahr in denen sie bereit sind, Geld für Kleidung auszugeben, aktiv nutzen müssen. Denn den Rest des Jahres gilt nur eine Prämisse: Schwarz muss es sein und den Körper ausreichend bedecken um nicht den Tatbestand der Erregung öffentlichen Ärgernisses zu erfüllen.

Dann ist es ein tragbares Kleidungsstück. Denn wozu Geld für neue Klamotten aus dem Fenster werfen, wenn der Kragen noch an genügend Fäden hängt um Kragen genannt werden zu können anstatt Halsband.

In Verbindung mit dem üppigen Essen Europas trug es sich also zu, daß meine Hosen an der Schwachstelle im Schritt diesen Sommer die Neigung verspürten, aufzuplatzen und ein Loch zu hinterlassen. Glücklicherweise ist der Inhalt meines Kleiderschranks ja einheitlich in der schönsten Farbe der Welt gehalten, also sieht keiner das Loch in den schwarzen Jeans, wenn darunter schwarze Shorts getragen werden.

Sei es jetzt das Übermaß an Schnitzeln und Linzer Torte, oder die Abnutzungserscheinung durch den verzweifelten Versuch, die Auswirkungen eben jenen Übermaßes in Grenzen zu halten – es hat nicht nur die Hosen erwischt, sondern auch einige wenige, erbarmenswerte Shorts. Aber was solls, so ein kleines Loch hat noch keinem geschadet, immerhin sorgt es für eine gesunde Luftzirkulation im subcingularen Bereich.

Man stelle sich nun also vor, jemand sitzt in einem der vietnamesischen Restaurants, wo der Tisch mitsamt den dazugehörigen Hockern so niedrig ist, daß man die Knie gerade noch in Rufweite voneinander entfernt halten muss, sonst kommt der Oberkörper nicht nahe genug an die Suppenschüssel heran und die Suppe schledert einem trotz aller Bemühungen auf den Boden oder eben die Hose.

Denn ein Loch in der Hose ist ja okay, Leute bezahlen ja gutes Geld für den „distressed look“. Der Humbug geht sogar so weit, dass in Japan die Spielzeuge der Raubtiere im Zoo mit Jeansstoff überzogen werden der, nachdem sich die Löwen, Bären und Honigdachse mit dem Zeug vergnügt haben, zu 1500$ Klamotten verarbeitet wird. (src: CNN)

Dreckig sollte sie allerdings nicht werden.

Wie auch immer.

Und plötzlich schießt es einem siedend heiß durch die weiche, graue Masse zwischen den Ohren:
Ich… glaube… Ich glaube, ich habe heute Lochhose und Lochshorts kombiniert, oh MIIIIIIIIST!

 

Titelfoto: (cc-by) Creativity103