Schwarz

Eleganz und Würde, die Farbe Schwarz ist Symbol des Todes und der Trauer, der Nacht, Einsamkeit und Leere. Sie gilt als geheimnisvoll, mystisch und undurchdringlich, melancholisch und mächtig. Die Farbe der fruchtbaren Erde, des Verstehens und des Okkulten.

Krähe | photo: Mark Germani (cc-by-nc)
Krähe | photo: Mark Germani (cc-by-nc)

Ist Schwarz überhaupt eine Farbe?

Ähm, ja – diese Frage kann man sich tatsächlich stellen. Zwar scheiden sich hier die Ansichten, da Farbe ja erst durch Lichtreflexion & Absorption entsteht. Trotzdem verwenden wir Schwarz als Farbe. Als kleines Zugeständnis sortieren wir es allerdings bei den sogenannten unbunten Farben ein, gemeinsam mit Weiß und Grau.

Außerdem ist da ja noch die Definition von Farbe nach DIN:
„Diejenige Gesichtsempfindung eines dem Auge des Menschen strukturlos erscheinenden Teiles des Gesichtsfeldes, durch die sich dieser Teil bei einäugiger Beobachtung mit unbewegtem Auge von einem gleichzeitig gesehenen, ebenfalls strukturlosen angrenzenden Bezirk allein unterscheiden kann.“
Doch nicht so blöd, diese Definitionen.
Also JA, Schwarz ist eine Farbe.

Die Farbe von Tod und Trauer

In westlichen Ländern trägt man in der Trauerzeit Schwarz, da die Geister der Verstorbenen angeblich die Farbe nicht sehen können. Da sie ansonsten die Nähe ihrer Hinterbliebenen suchen, hilft man mit schwarzen Klamotten etwas nach.

Da Schwarz absolut undurchsichtig und mysteriös ist, hat es sich rasch als Farbe des Todes etabliert, da kann ja auch niemand so wirklich sagen was passiert.

Die Farbe der Individualität

Da fragen sich Einige (zurecht) wie die Farbe individuell sein kann, wenn jeder Zweite da draussen in Schwarz rumrennt. Ja ne, das Auge tut sich mit schwarzen Flächen etwas schwer, deshalb wandert es automatisch zu den unbedeckten Körperteilen, also meistens das Gesicht und die Hände. Demnach ist also nicht die Farbe selbst individuell, sondern sie unterstreicht die Individualität des Trägers.

Schwarz als Kontrastfarbe

Schwarz lässt sich mit allen anderen Farben kombinieren und erzeugt einen netten Kontrast. Durch den Simultankontrast erscheinen die kombinierten Farben noch stahlender. Und ähnlich wie schwarze Kleidung die Aufmerksamkeit auf den Träger lenkt, hebt ein schwarzer Hintergrund den bunten Text bzw. das Foto etc. hervor.

Auch andersrum schreiben wir beispielsweise schwarz auf weiß, damit der dadurch erzeugte Kontrast das Lesen erleichtert. Aber Vorsicht, zu starke Kontraste ermüden das Auge schneller.

Übersicht zur Farbe Schwarz

  • Schwarz ist eine unbunte Farbe
  • Schwarz ist die totale Abwesenheit von Licht
  • Afrika ist der schwarze Kontinent
  • Schwarz ist die Farbe der Trauer
  • Schwarz ist die Farbe des Illegalen (Schwarzbrenner, Schwarzmarkt, Schwarzfahrer etc…)
  • Schwarz ist edel und vornehm
  • Wer schwarz sieht, hat die Hoffnung verloren
  • Schwarz ist die Farbe des Todes
  • Schwarz-Weiß-Malerei nennt man einen Erzählstil, wo Gut und Böse klar voneinander unterscheidbar sind
  • Während ein Schwarzmaler ein Zeitgenosse ist, der seine pessimistische Weltsicht allen auf die Nase bindet
  • Schwarz ist in der Politik die Farbe der Konservativen
  • Die Pest ist der schwarze Tod
  • Das schwarze Schaf ist einzigartig in der Herde, ein Außenseiter
  • Schwarze Katzen und andere schwarze Tiere bringen Unglück (was ein ausgemachter Schwachsinn ist)
  • „Die Krähe nennt den Raben schwarz“ bedeutet soviel wie „Du bist auch nicht viel besser“
  • Öl und Kohle sind das schwarze Gold
  • Jemand ist ein Pechvogel, ein Unglücksrabe oder er hat einfach eine Pechsträhne
  • K (Key) im CMYK Farbraum steht für Schwarz

Schwarz als Farbe der Macht

Naja, die eigentliche Farbe der Macht ist ja Rot, bzw. Purpur. Warum, das steht auf der entsprechenden Seite.

Trotzdem ist Schwarz eine Farbe von unbestrittener Kraft und Autorität. Allerdings löst die Farbe bei einigen unserer Artgenossen ein unwohles, ängstliches Gefühl aus.
Immerhin ist es die Farbe des Todes, ein Memento Mori wenn man so will. Eine Tatsache, die sich viele Leute zunutze mach(t)en, sei es die Piratenflagge, Uniformen, Priestersoutanen oder der schwarze Anzug des Managers.

Valar Morghulis.

Schwarzes Kleid - cc0 Giulia Bertelli
Schwarzes Kleid – cc0 Giulia Bertelli

Tendenzen und Trends

Interessanterweise, das können wir täglich beobachten – ist Schwarz eher eine Farbe der Jugend. Ältere Leute sieht man fast nie in Schwarz, junge allerdings oft.
Möglicherweise ist es die Nähe des Todes, die den Leuten irgendwann doch zu schaffen macht, eventuell auch das geringere Verlangen, die Blicke auf das Gesicht zu lenken.
Allerdings mangelts mir hier noch etwas an Erfahrung, um ordentlich drüber schreiben zu können, deshalb vollende ich den Absatz in 40 Jahren oder so.

Die einzigen Zeitgenossen, die auch zu weißen Haaren noch schwarze Rollis tragen, sind Mathematiker. Vielleicht ist ja der Tod doch nur ein kleiner Term nach dem finalen Gleichheitszeichen.

Das Schwarze Schaf
Das Schwarze Schaf

Modefarbe Schwarz

Da sich die Farbe mit allen anderen problemlos kombinieren lässt und auch ansonsten nie verkehrt erscheint, ist Schwarz in der Mode recht beliebt. Wenn also JBO singen „Dann gemma halt zum Slayer“, können wir sagen „Dann tragma halt was Schwarzes. Wie sich das entwickelt hat, steht hier zu lesen: „Wie Schwarz in Mode kam“.