Die drei Affen
Warum Avanova so ist wie es ist, eine Ahnung, warum die Website chaotisch ist, und warum wohl nur für den dritten Affen von Interesse.
Und nein, es handelt sich nicht um jene drei Affen, von denen einer nichts hört, der andere nichts sagt und der dritte nichts sieht. Oder umgekehrt. Oder so.
Vielmehr maße ich mir an, uns Schimpansen als den dritten Affen[1] zu bezeichnen. Ein Tier, das durch Geschichten lebt. Man könnte uns, da wir also Affen sind, auch als drei verschiedene Affen auf der Suche im Netz betrachten.
Der erste Affe
sucht eine kurze Zusammenfassung eines... Dings.
Wenn beispielsweise jemand schnell wissen will, welche Bedeutung die Farbe Blau hat, mag er sogar den hier verlinkten Teil als zu umfangreich erachten. Meist strebt der besagte erste Affe nicht wirklich nach Wissen und Information, er möchte auch nicht allzuviel lesen. Im Grunde will er nur einen Anstoß. Eines der Schlagworte, die ihm entfallen sind. Sobald er sein Schlagwort gefunden hat, bewegt er sich wieder im Fluss seiner eigenen Geschichte und verlässt die Site.
Ich versuche zwar, Teile der Site für eben jenes Publikum zur Verfügung zu stellen, die Sache scheitert aber öfter als mir lieb ist an diesem Drang... nun ja, Geschichten zu erzählen.
Der zweite Affe
sucht nach beglaubigten, wissenschaftlichen Fakten. Am Besten tabellarisch und mit einem umfangreichen Verzeichnis von Quellen und Zitaten, vielen Formeln und Diagrammen. Das liegt meistens daran, daß er selbst irgendetwas über beglaubigte, wissenschaftliche Fakten verfasst und dessen Inhalte im Netz recherchiert.
Auch der zweite Affe wird hier nicht glücklich werden, denn auch wenn etliche Texte auf dieser Site so aussehen als wären sie wissenschaftlich, mangelt es doch an den entscheidenden Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten. Es wird kaum zitiert, es gibt nur wenige Quellenangaben, es wird meist nur ein kleiner Teil der erforschten Hintergründe eingearbeitet, wie beispielsweise Karottensaft [2].
Natürlich strebe ich auch hier mittlerweile danach, die Geschichten mit ausreichend Quellbelegen auszustatten, aber das Verlangen, die Story unkompliziert und halbwegs interessant zu gestalten - überwiegt die Angst, daß mir mein Doktortitel aberkannt werden könnte.
Der dritte Affe
will einfach nur eine Geschichte lesen. Dabei geht es um das Gefühl, in einer Geschichte drinzustecken und die Kuriositäten unserer Existenz gefühlsmäßig erfassen zu können. Beispielsweise erfährt der dritte Affe beim Lesen des Artikels über den zitternden Giganten einen angenehmen Schauer, da ihm die Erkenntnis, daß es gigantische Lebewesen die zigtausend Jahre alt sind und sich über viele Hektar Land erstrecken gibt, einen um eine Nouance tieferen Einblick in seinen eigenen Platz auf der Welt vermittelt [3].
Der dritte Affe mag jetzt auf verschiedene Weise auf diese Erkenntnis reagieren. Sei es daß er die Geschichte von Pando als Basis für seine eigenen Träume und Geschichten verwendet, oder daß er die Geschichte zum Anlass nimmt, nähere Nachforschungen über Zitterpappeln und Klonkolonien anzustellen.
Unter besonderen Umständen mag den dritten Affen die Geschichte so stark in ihren Bann ziehen, daß er den Entschluß fasst, Botanik zu studieren und sich den Bäumen zu widmen. Und am Ende ist es diese Geschichte, die jenen Botaniker geformt hat, der jener Raumstation, welche die Menschheit vor dem Asteroiden rettet, eine autonome Sauerstoffversorgung auf pflanzlicher Basis ermöglicht [4].
Fazit
ist, ich will nicht kurz angebunden arbeiten, aber ich will auch nicht für die wissenschaftliche Neigung des zweiten Schimpansen arbeiten, denn dafür werde ich nicht bezahlt. Was ich will, und was Avanova erreichen soll, ist Inspiration. Wie mich die Geschichten der anderen inspirieren, sollen diese Geschichten wieder andere inspirieren. Den dritten Affen, da ich selbst jener dritten Affenart angehöre.
Ugh.
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[1] Um die Story meines Lieblingsautors Terry Pratchett aufzugreifen, bei uns handelt es sich ja eigentlich nicht um den Homo sapiens sapiens (den furchtbar weisen Menschen), sondern eigentlich um die dritte Schimpansenart Pan narrans (den Geschichten erzählenden Affen).
Kurz gesagt, unser gesamtes Potential als Träger großer Gehirne ist das Ergebnis unserer Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, sich Geschichten auszudenken und durch das Ausklamüsieren von Was-Wäre-Wenn-Geschichten Alternativen für Vergangenheit und Zukunft zu erkennen und abzuwägen.
Wer mehr von Pan narrans wissen möchte, erwerbe das Buch "Rettet die Rundwelt", bzw. den ganzen Zyklus.
[2] Natürlich habe ich einen Deckel bekommen, weil ich im Herbstlaub-Artikel nur einen der vielen Farbstoffe erwähnt habe, durch die sich Blätter im Herbst rot färben. Der Punkt ist wie erwähnt, wenn ich jeden Artikel und jedes Ding nach den Maßstäben allumfassenden wissenschaftlichen Arbeitens ausführen würde, wären alleine botanische Herbstfarben Thema für eine Trilogie mit je 3000 Seiten.
Daß der Artikel nach näherem Hinsehen trotzdem richtig war, interessiert weder den ersten, noch den zweiten Affen. Denn dem Ersten ist er zu lang und dem Zweiten mangelt es an Formeln, chemikalisierten Namen und Quellenangaben. Der dritte Affe allerdings sollte sein Glück gefunden haben.
[3] So ist es zumindest gedacht.
[4] Man sieht es hier, Pan narrans, der Geschichten erzählende Schimpanse, hat ein Szenario, eine Was-Wäre-Wenn-Geschichte erzählt. (Offensichtlich habe ich die Story in einer Weise umgesetzt, die mich selbst zum Merlin erhebt, der durch seinen Einfluss die Menschheit im Stile epischer Fantasygeschichten, wenn auch über Umwege, rettet... Meine Güte, lasst mir doch den Spaß, denn wenn ich noch mehr Fußnoten verwende, muss ich die Sternchen durch Nummern ersetzen. (Update 21.04.12: Ersetzung der Sternchen durch Fußnoten))
Tags: drei affen internet artikel website websuche chaotisch
