Links und SEO

Wie ist das jetzt mit Links und Suchmaschinenoptimierung? Wieder ein paar gesammelte Gedanken zum Internet und allgemeines Webdesign bzw. Webmasterei.

Ein brennendes Thema in der Suchmaschinenoptimierung sind die Links. Aber was bringen die jetzt wirklich, welche Art von Links ist wertvoll und auf welche können wir getrost verzichten?

Grundsätzlich stellt sich mal die Frage, was wir mit der Website eigentlich vorhaben. Und hier gibts wiederum nur ein Thema, das uns jetzt interessiert: Eine langfristige, gute Position mit beständigem Besucherstrom erreichen. Und hier zählen zu 90% die Inhalte (incl. Seitenaufbau), aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.

Verzeichnisse und Webkataloge

Hm, ja. Für neue Websites macht das durchaus Sinn. Zumindest einmal, um eine Basis-Verlinkung zu erreichen. Suchmaschinen sehen dann den Link und sagen
Ah, die Seite da, da könnte ich auch wieder mal vorbeischauen.
Achtet aber darauf, daß es die richtigen Verzeichnisse sind. Also entweder spezialisierte, oder alteingesessene wie Bellnet oder Dmoz (viel Spaß beim Dmoz... moderiert steht dort, modernd sollte dort stehen, zumindest in meinen Kategorien hab ich seit 07 keinen Editor gesehen).

Das Thema schlechte Nachbarschaft bezieht sich hauptsächlich auf Verzeichnisse der Schmuddelkategorie, sowie Massen-Linktausch-Listen, die wir meiden sollten. Gerade Angebote wie garantiert soundsoviele Besucher im Zeitraum T... beinhaltet meistens getürkte Links und bringen exakt garnichts.

Also wie gesagt, Verzeichnisse sind gut für Startups, wenn auch nur, damit die Suchmaschinen etwas fleissiger indizieren (insbesonders die Crawler, bei denen wir noch nicht angemeldet sind).
Für ältere Websites bringen die Kataloge allerdings weniger und sind den Aufwand, den wir mit der Registrierung haben nicht wert.

Sollte es für unseren Themenbereich allerdings spezialisierte Verzeichnisse geben, lohnt es sich sehrwohl, einen Blick darauf zu werfen. Beispielsweise gibts Verzeichnisse nach Region oder Branchen wie Hotelerie oder Grafiker. Insbesonders wenn die Konkurrenz stark ist, können wir uns sogar überlegen, uns bei speziellen Sites einen kostenpflichtigen Eintrag zu gönnen. Zumindest wenn es sich um gut besuchte, gut indizierte Sites handelt mit mehr Text als Links, und unsere Website auch was einbringt.

Verzeichnisse mit Backlink-Pflicht sind zu 99% Zeitverschwendung. Verlangen sie einen Link von unserer Startseite aus, steigt die Zeitverschwendung auf 100% und unsere Seite können wir auch gleich abschalten, denn wenn wir auf zu viele irrelevante Sites verlinken, sinkt unsere eigene Qualität, quasi die Reputation bei den Bots.

Allerdings gibts ein paar, die verstehen was von ihrem Handwerk und meinen es auch ehrlich mit uns. Dort werden manchmal Backlinks auf gewisse andere Sites erbeten, und wenn unsere eigene thematisch dazupasst, können wir schon mitmachen. Allerdings nicht mit unserer Startseite, die ist zu wertvoll. Und das mit den gewissen anderen Sites bringt uns zur...

Backlink Theorie

Das Wort Backlink hat zwei Bedeutungen. Original ist der Backlink eine Art Verbindung die entsteht, wenn wir einen Link wo anders hin setzen. Für die Bots heisst das so viel wie wir identifizieren uns mit dem Inhalt der Site, wo wir hinverlinken. Wenn das Ziel also zu unserem Inhalt passt, steigt die themenbezogene Relevanz unserer Site an. Ist der Inhalt aber für unsere Website irrelevant, wie beispielsweise irgendwelche Linklisten, sinkt unser Ruf bei den Bots.

Viele verstehen aber mittlerweile den Backlink so, daß wen ich auf dich verlinke, daß du auf mich verlinkst. Quasi gleichgesetzt mit dem reziproken Link. Allerdings werten mittlerweile Suchmaschinen reziproke Links geringer als einseitige, weshalb findige Leute die Dreiecksverlinkung erfunden haben. Und das ist genau der Punkt, der oben angesprochen wurde.

A verlinkt auf B und B auf C und C wieder auf A. Und wenn die Sites thematisch auch noch zueinanderpassen, ist das grundsätzlich eine feine Sache, solange man es nicht übertreibt.

Qualität der Links

Was wird das? Ja genau, bei Links gibts so viele Qualitätsabstufungen wie beim Gemüse. Viele.
Grundsätzlich: Je mehr themenrelevanter Text auf einer Seite steht, desto besser. Je weniger externe Links, desto besser. Je weiter oben der Link, desto besser (Fußzeilenlinks bringen fast nix). Je besser die Seite selbst verlinkt ist, desto besser. Und wenn der Ankertext auch noch passt, umso perfekt.

Achso, es geht hier rein um Textlinks, Bild-Links werden wenn überhaupt nur schlecht indiziert.

Und neben der Relevanz das wichtigste Kriterium ist das Alter des Links. Je älter, desto besser.

Ankertext

Beispiel für einen schlechten Link anhand meiner Farbenseite wäre:

Klicken Sie hier

Schon besser wäre:

Mehr Information auf der Farbenseite

Und annähernd perfekt wäre:

Für mehr Information zur Verwendung von Farbe, sowie der Bedeutung von Farben, besucht das Avanova Farbenspiel, wo zahlreiche Artikel zum Thema Farben vorhanden sind.

Ok, das war mit den Keywords etwas übertrieben, aber Übertreibung ist ja manchmal ein Stilmittel. Also: Die Bots lesen den Text des Links selber, sowie den Text der den Link umgibt, um den Inhalt der Zielseite genauer bestimmen zu können.

Einige werden sich noch an eine Technik erinnern, die als Google-Bombing bezeichnet wurde. Das funktioniert heute nicht mehr so einfach wie vor ein paar Jahren, da die Wertung des Ankertextes verändert wurde. Aber die Geschichte dahinter bringt mich immer noch zum Schmunzeln:

Karl Heinz Grasser, der in einer wenig rühmlichen Periode der österreichischen Politik Finanzminister war, hat sich angeblich mit 250.000 Euronen an Spendengeldern eine private Website machen lassen. Und das nichtmal versteuert. Daraufhin haben zahlreiche Blogger simultan auf eben diese Website verlinkt, unter Verwendung des Ankertextes völlige Inkompetenz.
Haben wir also dann nach völlige Inkompetenz gegooglet, war der liebe Karl-Heinz ganz vorne mit dabei.

Angefangen hat das mit George Bush. Der Ärmste war ebenfalls ein Opfer der Ankertexte, ebenso wie Microsoft und später Angela Merkel ebenso wie etliche andere. Aber hier gehts um Ankertexte, und ich glaube das Thema sollte jetzt halbwegs klar sein.

Linkentwicklung

Etliche Webmarketing und SEO-Agenturen haben Linkentwicklung in ihrem Portfolio. Naja, nicht ganz. Deutsch kann ja kaum einer, also nennt man es Link-Development.

Dabei gehts einfach im optimalen Fall um einen Plan, über einen gewissen Zeitraum (nicht zu schnell, sonst wirds als Spam erkannt), eine gewisse Anzahl passender Links zu einer Website zu erzeugen.
Hier ist natürlich Vertrauen gefragt, sonst kriegt man 1000 irrelevante Links und zahlt dafür 6000 ziemlich relevante Euro. Aber die meisten wissen was sie tun. Aber wie geht das vonstatten?

Am Anfang steht natürlich der Suchmaschineneintrag und einige der besseren Verzeichnisse.
Häufig werden auch Betreiber anderer Websites angeschrieben, ihr werdet nicht glauben, was für kruse Vorstellungen manche Leute von ähnlicher Thematik haben. Vor einigen Wochen habe ich ein Mail bekommen, wo jemand die Gemeinsamkeiten meiner Farbensite mit einem ziemlich leeren Hotelverzeichnis hervorgehoben hat.

Ahja.

Aber sonst ist das mit Sicherheit eine gute Idee, gerade im privaten Bereich. Aber achtet darauf, daß unaufgefordertes Zusenden von Emails Spam ist und damit illegal.
Dann gibts noch die bezahlten Links, die gerade für Branchen wo die Luft dünn ist eine Option darstellen. Allerdings gibts da viele Leute, die weniger auf Relevanz als auf den Pagerank spitz sind. Zu dem kommen wir später, denn der Pagerank-Wahn den viele zelebrieren ist ein ziemlich hoher Gipfel in den Douchebag Mountains. Gerade eben solche Linkbroker bewerten eine Site nicht nach ihrer tatsächlichen Indizierung oder der Relevanz, sondern ausschließlich nach dem Pagerank. Dazu kommt, daß Google nicht gerade erfreut über bezahlte Links ist, immerhin verfälschen sie das Ergebnis der Websuche. Und gerade Websites die ein Gros der Zugriffe über Google bekommen, sollten hier etwas vorsichtig sein.
Die Alternative zum bezahlten Link wären natürlich bezahlte Blogposts oder Werbeeinschaltungen. Mit Links versteht sich.

Die Königsdisziplin der Linkentwicklung ist allerdings der Inhalt der Website selbst. Wenn der so gut ist, daß reihenweise Leute laufend freiwillig darauf verlinken. Das wäre dann quasi sowas wie virale Linkentwicklung.

So, es ist viertel nach vier, ich hab keine Lust mehr. Aber vorher noch wie versprochen kurz zum Pagerank.

Pagerank

Der Pagerank ist eine Maßeinheit von Google, die die Qualität einer Website (bzw. Seite) beurteilt. Und das funktioniert ungefähr so: Der Pagerank steigt mit dem Alter der Seite langsam an. Und Links geben auch Pagerank weiter, man sagt vererben Pagerank. Verlinkt also eine Seite mit Pagerank 5 auf eine mit Pagerank 2, wirkt sich das bei der nächsten Überprüfung positiv auf die 2er Seite aus. Im Grunde ist das alles, möglicherweise hat der Pagerank in umkämpften Branchen noch einen geringen Stellenwert bei der Position in Google, aber dieser Handel mit Pagerank vererbenden Links...
Ähm, ich hätte da noch zwei Kanister echte Alpenluft zu verkaufen.

Interesse?

Irgendwer?

Tags: suchmaschinen optimierung marketing links verlinkungen pagerank